Samstag, Februar 21, 2009

Er:
Wie kann man aus zwei Welten stammen, aus zwei Kulturen, zwischen den Stühlen und doch wissen wo man ganz genau verweilt in der Welt?
Wie kann man zu sich Selbst stehen und mit erhobenen Kopf seinen Weg fortsetzen?
Ein Kind, „Hėn“ gefangen zwischen diesen Welten.
Wie kann man lieben?
Nicht in Selbsthass oder Mitleid zu fallen ist schwierig, wie kann man sein Anderssein nicht hassen, da Keiner Verständnis oder Akzeptanz aufbringt?
Man errichtet eine Mauer, birgt Geheimnisse, versteckt sich Selbst, versucht sich anzupassen.
Es misslingt.
Man wird Einsam.

Vom ersten Moment an, war sie eine helle, verschwommene Bewegung in meiner Welt.
Die Mauern die ich errichtet hatte, stürzte sie ein, ohne Kompromisse und ohne Zurückhaltung.
Nichts war sicher, alles schien so unvorhersehbar. War dies ihre Absicht?
Mit ihrem Wesen, das so untypisch für ihre Art war; manchmal ruhig wie ein tiefer See, manchmal stürmisch wie das hohe Meer. Sie war keine Person der andere Leute wichtiger waren; sie setzte einfach ganz andere Prioritäten. Durch ihre impulsiven Taten und völlig zwanglosen Umgang mit anderen Kreaturen heuchelte sie nicht die oftmals zur Schau gestellte Unschuld ihres Volkes vor.
Sie war keine Heilige, und doch war sie völlig Unschuldig.
Sie wollte nicht in den Krieg ziehen, sie wollte lieber in ihrem Heim bleiben, mit einem Mann an ihrer Seite und sicherer Zukunft. Sie wollte Andere für sich kämpfen und sterben lassen, wollte nicht Blut und Tod auf sich laden, nicht das Blut Schuldiger und nicht das Blut Unschuldiger.
Sie hat nie behauptet, das sie mutig wäre.
Sie konnte ja nicht ahnen, das Sie bald bluten würde, für einen ganz und gar Schuldigen.

Ich will nicht behaupten ich wäre es wert gewesen, doch etwas gab ihr einen Grund mich zu retten.
Sie sah etwas in mir.
Im Krieg ist es oftmals schwer Freund und Feind voneinander zu unterscheiden.
Nicht alles ist Schwarz und Weiß.
Erneut rette sie mich. Ihre schwarzen Augen sahen mich an, ihr Blick bohrte sich in meinem.
Alles bleibt mir in Erinnerung, die Blässe ihrer Haut, die feinen blauen Adern die durchscheinen, die Bewegung ihrer Muskeln wenn sie ihr Schwert senkt und hebt, die Rundung ihrer Hüfte und ihre roten, roten Lippen.
Ich konnte ihr nichts geben, denn ich besaß nichts war ihrer Wert gewesen wäre; und doch gab ich ihr Alles.
Wie soll man so etwas erklären?
Wie kann man an so etwas Mächtigem nicht entzweibrechen?
Mein Gott, ich liebte sie von ganzem Herzen, mit meiner ganzen Seele und meinen Körper.

Sie zog mit ihrem ganzen Wesen alle in ihrem Bann. Sie war die Sonne und wir waren die Sterne.
Wie lässt sich so Etwas mit Worten beschreiben?

Sie:
Wenn ich die Augen schließe, sehe ich ihn. Seine blauen Augen; unschuldig, verzweifelnd, intelligent. Sein breiter, schöner Mund, der stets einen zynischen Zug hatte, seine langen, weißen Eckzähne die hervorblitzen wenn er spricht, sein Narben auf seiner Seele und seinem Körper, das Gefühl wenn seine Arme sich um mich schließen, seine Haut dunkel und fleckig auf meiner. Sein Herz, das im Einklang zu meinem klopft.
Er war ein gequälter Geist, ruhelos, sündig, ein Mörder in Saurons Diensten, seine Schöpfung. Sein monströses Genie war unterfordert, die Intelligenz wurde in Grausamkeit umgesetzt, sein Verstand arbeitet in Tücke, Misstrauen und verharrte in seinen eigenen Grenzen aus Angst vor seiner Zukunft und sich Selbst. Er lernte in sehr jungen Jahren das Lesen und Schreiben, nährte seinen unstillbaren Verstand in der dunklen Bibliothek von Barad Dur. Er lernte Zauber, böse und gefährlich, er verschlang alle Bücher die er bekam, lernte Quenya, Altrhonisch, Westrhonisch und vieles mehr, er lernte die Schrift der Eldar, der Zwerge, die alten fast unlösbaren Runen, die neue westrhonische Schrift. Er baute dunkle, hohe und gewaltige Gebäude, er entwarf abgrundtiefe Kriegsmaschinen für Sauron, er schreckte selbst vor Foltermaschinen zurück.
Ich sagt schon, seine Seele ist unschuldig, doch sein Geist war voller Sühne.
Er tat nie etwas ohne Grund, ohne eine Gegenleistung zu erwarten. Er war misstrauisch allem Guten gegenüber.
Wer verdenkt es ihm? Er wurde misshandelt, geschlagen, verzogen, wieder verwöhnt. Er wurde geschlagen wenn er meinte das Richtige zu tun und wurde belohnt wenn er sicher war das Falsche zu tun.
Er verbrachte seine Kindheit damit in dunklen Kellergewölben zu sitzen, über Bücher zu brüten, Waffenkunst zu lernen. Niemand brachte ihm bei zu lachen, zu spielen, zu lieben.
Ein ganz und gar gequälter Geist. Halb Elb, halb Ork. Wer würde nicht verzweifeln?
Die Arroganz meines Volkes, die wie selbstverständlich die Orks abschlachteten ohne Verständnis für sie zu haben.
Ich erfuhr das sie wie wir waren, als ich Hen begegnete. Sie wollten leben und kämpften mit ihrem ganzen Sein dafür. Sie waren missverstandene Kreaturen, von einem Hunger und einer unstillbaren Gier nach mehr erfüllt. Sie wurden so geboren wie sie waren; mit einem Hass auf die Sonne, auf die höher gestellten Völker. Und Sauron, ihr Herr nährte ihren Hass.
Hen zog mit ihnen in den Krieg, bereit für Sauron zu sterben. Er wusste nicht wo er stand in der Welt, er wusste das er genau sowenig zu der einen Welt gehörte, wie zu der Andern, aber er wusste nicht, das weder das eine Volk brauchte, noch das Andere.
Doch bis ich erkannte, was er brauchte, war es beinahe zu spät.
Er brauchte mich.

Freitag, Januar 30, 2009

Scherben der Welt/ Gevatter Tod

Neulich ein sehr altes Gedicht entdeckt, ziiiiemlich dunkelsehend falls man das so sagen kann...

Scherben der Welt

Nicht weit ist das Verderben
Dieser Versuch ist zum Scheitern verflucht,
denn die Welt liegt in Scherben,

bringt Schande über den, der die Vollendung sucht.

Unsere Schlichtheit verloren, vergessen die Ehre,
versunken im Prunk, in der Sucht nach sich Selbst,
Diese Welt ist am Boden, vergessen die Lehre,
die Gott uns Sterblichen schenkte

Das, was wir verloren,
können wir nicht wiederholen,
Die Zerstörung die wir der Welt brachten,
wird uns im Lauf der Zeit überholen

So wird sie sterben, früher als ihr dachtet,

nicht weit ist das Verderben
all der Reichtum und der falsche Stolz,
wird euch nichts bringen, denn die Welt liegt in Scherben
So wird sie Eisern klingen, wenn sie an euch zerbricht
Und ihr lasst sie ruhig sterben,
so, als ob sie nichts wär’

Denn die Welt liegt in Scherben,

und ihr lasst sie sterben,
so, als ob sie nichts wär’


Und natürlich unser Freund, Gevatter Tod (ja, er mag Katzen) von Terry Pratchett.

Dienstag, Januar 20, 2009

Projektwoche BKG Glockenspitz

Aufgabe:

Entwerfen Sie für vier unterschiedliche Musikrichtungen jeweils ein CD-Cover. Verbindliche Musikrichtungen sind: Klassik und Rock, die zwei weiteren sind frei wählbar, sollten sich jedoch in der Stilrichtung unterscheiden. Da es sich um eine Edition handelt, soll eine übergreifende einheitliche Gestaltungslinie bei allen vier Covern vorhanden sein.






Sonntag, Dezember 14, 2008

Bildbearbeitung mal wieder


Mittwoch, Oktober 29, 2008

BuNT



Donnerstag, Juni 05, 2008

Einige alte Arbeiten






Samstag, Mai 17, 2008

Elias & Quinn

Mittwoch, Mai 14, 2008

Liebe

Ich liebe dich so sehr

Du raubst mir den Verstand

Kann nicht mehr atmen

in deiner Nähe

Ich liebe dich so sehr

Doch du, du spielst nur

Deine Lippen sind so süß

Du bist stark, doch ich bin stärker

Ich liebe dich so sehr,

lass mich nicht gehen

Es ist zu spät für uns

Als du zu mir gekommen bist

Ich liebe dich so sehr

Ein blutiger Kuss, die Zähne rot

Weis mich nicht zurück

Sonst muss ich sterben

Du machst mich wahnsinnig

Mit deinen Körper und deinem Geist

Am Morgen liegst du in meinen Armen

Weiß die Haut, die Augen tot

Gehauchte Küsse, salzige Haut, geheime Briefchen, Händchen halten, Sex, Liebe, Vertrauen…

Das war nichts für mich. Schon immer nicht. Wohl fühlte ich mich immer ohne, denn wie man schon sagt: ‚Wer’s nicht kennt, der’s nicht vermisst’.

Hässlich bin ich nicht, auch nicht groß oder klein, ich bin guter Durschnitt, eine normale junge Frau. Vielleicht ein bisschen verrückt, aber das kommt von ganz alleine, praktisch mit der Einsamkeit.

Die Welt war für mich schon immer ein großes ungelöstes Rätsel, eines, das noch zu schwierig ist, um es im Moment zu lösen. Gleichzeitig erschreckend, deprimierend und doch auf ihre Art erheiternd.

Das einzige, was Gott gut gemacht hat, was auch dringend nötig war, war die große Auswahl an Pflanzen. Ob man sie jetzt pflückt, schmort, raucht, ins Zimmer stellt, hackt, kocht, brät, beschneidet, umpflanzt, düngt, erntet oder säht, begießt, Möbel draus macht, isst, brüht, trocknet, züchtet, in Seiten von Büchern legt, einweicht oder einfach nur betrachtet- Pflanzen sind wunderbar. Sie sind geduldig und hören einen immer zu. Nun, das tut auch eine Wand, aber Blumen haben eine ihr ganz eigene Art. Ihr denkt, dass ich mit meinen fünfundzwanzig Jahren jetzt langsam anfange rumzuspinnen, aber so ist es nicht ganz, nicht wirklich, ich meine, klar ein bisschen schon aber ich meine, ist es geisteskrank, sich in Pflanzen zu verlieben?

Denn mir geschah es, urplötzlich und unvorbereitet verliebte ich mich, in einen Mann ganz aus Blättern und Erde und doch mit schlagendem Herzen und warmen Lippen.

Ob es Liebe auf den ersten Blick war? Ich weiß es nicht mehr. So wie ich mich nicht mehr an die Gesichter meiner Eltern erinnere, so erinnere ich mich auch nicht mehr an sein Gesicht. Ich habe es vergessen, das Einzige was übrig blieb, war eine Blume in meinen Garten vor dem Haus und sein Geruch; nach Wiesen und Wälder, Abenteuer und Morgentau.

Fernab von der Großstadt war es leicht, von Feen zu träumen.

Es war ein kühler Sommermorgen; ich hatte mal wieder nicht schlafen können in der Nacht und hatte sie zwei, drei Stunden mit rumwälzen und anschließenden ergebenden Bücher lesen verbracht, nun war es kurz vor Sonnenaufgang und ich wanderte durch die grünen Felder der Hügel.

Ich wanderte gerne zwischen den sanften Hügeln, schöpfte meine Kräfte bis ans Ende aus um traumlos schlafen zu können. Jeder Schritt entfernte mich ein wenig weiter von meiner Haustür weg und damit auch weg von Ordnung und Vernunft.

Mein Hund Loreley, eine stets hyperaktive Mischung zwischen irischen Wolfshund und Dogge eilte mir stets voraus und scheuchte Enten und Wild auf.

Doch diesmal war es kein Wild, das er aufscheuchte, sondern eine Gestalt ganz aus Grün. Eine Gestalt, die sich tief in mein Gedächtnis hineinbrannte, als ich sie ein zweites Mal sah.

Loreley winselte und rannte den Weg zurück, den wir gegangen waren.

Ich wollte auch rennen, doch meine nackten Füße konnten sich nicht von der Erde unter ihnen lösen. Wie erstart blieb ich stehen und wartete.

Auf was? Ich weiß es nicht mehr, doch letztendlich war das ausschlaggebend.

Er stand auf, es knarrte leise, als er seine Glieder streckte. Das dunkle Grün seiner Blätter hob sich auffallend von dem hellen Grün der Wiese ab. Blonder Weizen waren seine Haare, helle Rinde, glänzend war seine Haut, seine Augen waren jedoch Blau wie der Himmel, die Gesichtszüge markant, doch weich und nachgiebig. Seine Kleidung bestand aus Blättern und Ranken, wie ineinander gewoben, bildeten sie ein feines Muster. Er war groß, größer als ein normaler Mann, mit langen Beinen und Armen.

Ich wagte kaum zu atmen, als er auf mich zukam. Wieder roch es intensiv nach ihm, ich musste stark an mich halten, um nicht tief ein zu atmen.

Er streckte seine Hand nach mir aus und nahm eine Strähne langen kupferfarbenen Haares zwischen die Finger. Dann nahm er die Mütze von meinem Kopf, hielt sie ein paar Sekunden in der Hand und befühlte scheinbar verblüfft den weichen Wollstoff.

Der Blick seiner Augen fesselte mich ungewollt; ich hob langsam die Hand und berührte zaghaft seinen Arm, warm war er und geschmeidig, wie lebendiges Holz.

Er ist lebendiges Holz!, dachte ich und zuckte unwillkürlich zurück.

Hinter mir hörte ich Loreley bellen, rings um mich rauschten die Gräser im Wind, unter mir die sichere Erde, über mir der weite Himmel und vor mir, war er, oder eher es.

Er blinzelte, ich tat es ihm nach und als ich die Augen wieder aufschlug war er weg. Verwundert und erschrocken drehte ich mich um meine eigene Achse.

Wo war er hin?

Ich konnte ihn nirgends sehen, was eigentlich auch nicht verwunderlich war, da er sich perfekt an die Umgebung anpasste.

Elfen, wer glaubt schon an Elfen? Märchengeschichten für unvorsichtige Kinder…, oder?

Ich fühle mich schlecht, unwohl, als würde meine ganze bisherige Welt aus den Angeln gehoben werden. Alles, woran ich vorher glaubte, scheint auf einmal ungewiss.

Das Leben scheint nicht mehr wie vorher zu sein.

Eines Morgens stand ich auf und fand vor meiner Haustüre eine winzige Blume, klein, himmelblau, vollkommen, eine Vergissmeinnicht.

Als ich sie aufheben wollte, wand sich ihr Stiehl um meinen Finger.

Erschrocken wollte ich sie fallen lassen, doch ich konnte sie nicht abschütteln. Verstört erkannte ich, das sie wie eine Zeichnung gleich, jetzt auf meiner Haut lag.

Wie ein Ring aus Blumen.

Ich rannte vom Waschbecken zur Tür, riss diese auf, und schrie in die kalte Morgenluft „Ich will den Ring nicht! Nimm ihn wieder zurück, hörst du?!?“.

Doch es kam keine Antwort.

Und so ging es fortan immer weiter. Mein Garten schien auf einmal ein Eigenleben zu entwickeln, Pflanzen, Kräuter die ich nie zuvor gesehen hatte, sprossen auf einmal querfeldein zwischen meinen Blumen. Ich hatte immer das Gefühl beobachtet zu werden, blaue Augen die mich ansahen, mir folgten.

Gaben vor meiner Hausschwelle; Bernstein, Wachteleier, fein gearbeitete Schalen oder nützliche aus Horn gemachte Werkzeuge.

Ich wusste, dass er es war, das blauäugige Wesen, der grüne Mann aus den Geschichten meiner Mutter, er, der ewige Sommer, der Elf der um meine Gunst warb.

Obwohl ich nicht in den alten Glauben aufgewachsen bin, wusste ich doch die zahlreichen Geschichten um das unsterbliche Volk meiner Insel.

Männer und Frauen, die an Beltaine auf den Hügeln tanzten, verschwanden, und Wochen später verwirrt und um Jahre gealtert wieder auftauchten. Von gestohlenen Kindern, Wechselbälgern. Von Pilzkreisen und wilden Tänzen. Von entführten Jungfrauen und Kornkreise.

Er war gefährlich, versuchte ich mich immer wieder zu erinnern, doch zu häufig vergaß ich es sogleich, sobald ich seine Nähe fühlte.

Müde wischte ich mir die Erde von der Stirn und blinzelte gegen die untergehende Sonne. Langsam stand ich auf, klopfte die feuchte Erde von meinem Rock und schaute auf die Blumen nieder, die ich gerade eingepflanzt hatte. Lächelnd streckte ich meinen schmerzenden Rücken und fächelte mir mit meinem Strohhut Luft zu. Der Tag heute war drückend heiß gewesen, die Grillen sirrten laut und ein kühlender Wind strich um meine nackten Beine.

Plötzlich wurde es still und Loreley knurrte hinter mir.

Jemand ergriff meine Hand und berührte zart den Ringfinger.

„Ich sehe du hast den Ring gefunden, gefällt er dir?“

Erschrocken wirbelte ich herum, und da stand er vor mir. Nicht als Elf, sondern merkwürdiger Weise als Mensch. Seine Haare, blond und wild, schienen wie elektrisiert um seinen Kopf herum abzustehen, seine blauen Augen leuchteten in seinem ebenmäßigen Gesicht. Er trug ein einfaches gebleichtes Hemd, dass wegen der Hitze locker geschnürt am Kragen war und Hosen aus dunklem Leinen.

„Ich…“, ich war wie sprachlos in seiner Nähe, schluckte und antwortete dann.

„Dann ist es also wirklich ein Ring.“ Und dann „Ich bekomme ihn nicht mehr ab.“

Er lächelte, selbstsicher, standhaft und einnehmend, aber keinesfalls arrogant oder listig, sondern vertrauenserweckend.

Zu nett, zu anständig dieses Lächeln, dachte ich.

Schweigend hielt er meine Hand hoch, fuhr mit dem Daumen über den Ring. Die Blume fuhr zusammen, und blieb in meiner Hand liegen. Ich zuckte unmerklich zurück.

„Warum bist du hier?“

Überrascht von meinem harschen Ton sah er mich an. „Habe ich einen Grund anderswo zu sein?“

„Du solltest nicht hier sein.“

Er legte den Kopf leicht schief. „Wieso?“

„Wieso?!?“ Ich riss meine Hand aus seiner los. „Dies ist die Welt der Menschen! Die Welt ohne Magie. Du gehörst hier nicht hin. Also, wieso? Wieso bist du hier?“

Er lächelte, aber diesmal anders, offener, ehrlicher. „Wieso ich hier bin?“ Er beugte sich zu mir herunter, nahm meinem Strohhut vom Kopf und küsste mich zart und leicht.

„Rahel!“

Ein Ruf durchschoss die Stille.

Eine Frau kam hinter einer Hecke hervor, einen großen schwankenden Korb in der Hand. Mit flatternden Röcken und zielsicheren Schritten kam sie auf mich zu, hob den Hut vom Erdboden und drückte mir ihn in meinen zitternden Fingern.

„Mädchen, was hast du denn? Du zitterst ja und bist ganz bleich“, stieß sie nach einer eingehenden Musterung aus, hakte mich ein und ging ins Haus.

„Mir geht’s gut, wirklich Moira, nein, danke, für mich kein Tee.“

Moira, die Besitzerin des Lebensmittelsladens im Dorf und meine beste Freundin setzte die Teekanne enttäuscht ab und drehte den Wasserhahn zu, dann wandte sie sich energisch zu mir um und platzierte den Korb vor mir und packte ihn aus. Hervor kamen ein großer Schinken, Brot, Mehl, Hefe, eine Flasche Apfelschnaps, Seife, eingelegte Bohnen mit Soße, zwei Gläser Marmelade, Stickgarn. und neue Nadeln. Sie räumte die Sachen geschäftig in meiner kleinen Küche ein und legte dann zuletzt ein Paket und zwei Briefe vor mir auf dem Tisch.

„Beste Grüße von meinem Mann, du sollst nicht vom Fleisch fallen. Das Geld kannst du uns gebe, wenn du uns endlich mal wieder besuchst, die Kinder fragen schon nach dir.“

Moira besaß eine Energie die mich aufleben ließ, sie war schon seit meiner Kindheit meine beste Freundin und besuchte mich als Einzige regelmäßig und treuherzig.

Ich wünschte sie wäre nicht gerade in den Augenblick gekommen als er…, und doch, gleichzeitig hatte ich eine Unterbrechung herbei gesehnt. Es war merkwürdig.

„Rahel, dein Garten, du musst mir unbedingt erzählen wieso er so grünt und blüht, wir haben noch nicht einmal Juli und du erntest schon!“

Leise lächelte ich und antwortete „Ich stehe einfach im Moment mit der Natur auf einem grünen Zweig, weißt du.“

Moira sah mich mit einem merkwürdigen Lächeln an und wandte sich wieder dem Einräumen zu. „Du würdest mir erzählen, wenn dich irgendwas bedrückt, oder? Ich sehe es doch an deiner Nasenspitze. Komm schon, rück raus damit.“

„Es ist nichts, wirklich nichts, die Hitze hat mir etwas zu schaffen gemacht“, log ich und fühlte mich ein bisschen schuldbewusst. Doch was wäre, wenn ich Moira von dem Mann in Grün erzählen würde. Würde sie mir diese Feengeschichte glauben?

Was anfänglich harmlos und nüchtern begonnen hatte, entwickelte sich, je öfter er mich besuchte, zu etwas Kostbarem, ja etwas, was ich nie mehr hergeben wollte.

Die anfängliche Scheu war wie verflogen, die Stunden die wir verbrachten zu kurz und die Tage dazwischen zu lang.

Wir redeten, viel und lange. Wir liebten uns, mal zärtlich, mal leidenschaftlich, mal stürmisch. Wir lachten, scherzten und lachten wieder.

Wir waren blind, in unserer verbotenen Liebe, blind für die Zeichen, die uns die Natur schickte. Als Loreley eines Abends nicht mehr wiederkehrte, tat ich es als nicht besonders ab. Sie würde früher oder später wieder auftauchen, dachte ich.

Doch dem war nicht so.

Als ich Loreley letztendlich fand, waren zwei Tage vergangen. Auf der Suche nach ihr, fand ich einen großen Hain der am Rand mit hohen stolz Aussehenden Rosen bewachsen war. In der Mitte dieses Hain, war ein kleiner Hügel, über und über bewachsen mit Rosen.

Schnell wollte ich diese Stelle im Wald verlassen, denn sie erschien mir nicht geheuer, doch etwas auf diesem Rosenhügel stach mir ins Auge. Ich bückte mich und hob einen kleinen, silbernen Anhänger hoch.

Als Moira mir Loreley zu meine Geburtstag schenkte, trug der Welpe genau diesen Anhänger.

Das Metall lag kalt in meiner Hand, als ich den Hügel genauer untersuchte, und feststellte, das mein geliebter Hund an dieser Stelle begraben lag.

Tote Augen starrten mich an. Aus dem weit geöffneten Maul sprossen Rosen, Dornen hatten sich tief in die Haut gegraben, aus Löchern in ihren Fell wuchsen Ranken, die wie ein Geflecht den Körper bedeckten.

Entsetzt schlug ich mir die Hand vor dem Mund und wimmerte. Tränen flossen mir über die Wangen.

Die Elfen hatten Loreley geholt.

Ich rannte zurück, durch den Wald. Äste und Dornen rissen mir Arme und Beine auf. Brennnesseln stachen in meine Haut, doch ich rannte immer weiter.

Als ich Zuhause angekommen war, schloss ich die Tür zweimal ab und lies die Laden vor den Fenstern.

Aber als mir einfiel, das Elfen keine Türen brauchten, erinnerte ich mich an meine Abergläubische Großmutter, die immer Salz um das Haus gestreut hatte, um böse Geister abzuwehren, wie sie sagte.

Ich nahm einen Beutel Salz aus den Regalen, stieg auf mein Bett und streute einen Kreis ringsherum. Als ich fertig war kauerte ich mich auf meinem Bett und wartete. Vielleicht auf die Elfen, vielleicht auf meinem Geliebten, vielleicht auf ein Wunder, vielleicht auch auf Loreley.

Ich wachte von einem Geräusch auf. Schnell setzte ich mich auf und sah mich im Raum um.

Rings um meinem Bett standen Gestalten, hoch gewachsen und bedrohlich.

Ich fing an zu zittern als ich erkannte das es Elfen waren.

Es waren vielleicht neun, zehn in weiten dunklen Umhängen, ihre Gesichter hatten etwas Befremdliches, als hätte jemand versucht aus etwas groben, hölzernen menschliche Gesichtszüge zu formen.

„Was wollt ihr?“, meine Stimme hörte sich schrill an in meinen Ohren.

„Du wirst ihn nie wieder sehen, Menschenfrau“, sprach einer von ihnen und ging auf mich zu.

Plötzlich hielt er mitten in der Bewegung inne und stieß ein heiseres Lachen aus. „Salz? Meinst du, du kannst mich mit einer Prise Salz aufhalten?“

Er murmelte etwas, woraufhin sich Wind erhob und das Salz wegwehte.

Der Elf lächelte bedrohlich und kam auf mich zu.

Schnell griff ich unter mein Kopfkissen und holte eine Schachtel heraus.

Ich nahm eine Hand voll von dem Inhalt und bewarf damit die Elfen.

Es zischte und Schreie erschallten, als die Nägel die bloße Haut der Elfen berührten. Für Elfen war Eisen Gift.

„Deswegen habe ich auch noch das hier“, stieß ich aus, sprang vom Bett und rannte zur Tür.

Ich wusste nicht was ich machen sollte, stürmte nach draußen und rannte in Jemanden hinein. Verzweifelt wehrte ich mich, aus Angst das es ein anderer Elfenkrieger sein könnte. Wir fielen beide hin, er auf mir und umklammerte meine Handgelenke, doch als er sprach, hörte ich auf, auf ihn einzuschlagen, es war die Stimme von Jehiel.

„Rahel, was…?“

Auf einmal hörte ich einen Aufschrei und eine dumpfe Bewegung Jehiels.

Stimmen wurden laut. Harsche Stimmen, die Befehle flüsterten. Jehiels Stimme dazwischen.

„Was macht ihr hier?“

„Herr, man hat uns befohlen..“

„Die Königin, oder?“ Ich merkte wie er aufstand und stöhnte. Etwas ragte aus seinem Rücken.

„Sagt meiner Mutter das ich hier bleiben werde, für immer, hört Ihr? Und wenn noch einmal ein anderer Elf als ich, sich dieser Frau hier nähert, werde ich ihn umbringen! Verstanden?“

„Herr, der Pfeil, ihr werdet…“

Jehiel packte den Elf an den Schultern und wuchtete ihn gegen die Hausmauer. „Verstanden?!?“

Die Elfenkrieger sahen sich stumm an.

„Verschwindet!“, stieß Jehiel hervor, bevor er sich zu mir umdrehte. Sein Gesicht hatte nicht mehr den bronzene Ton, den ich an ihm kannte, sondern war grau. Ich bemerkte das er zitterte.

„Jehiel, was…?“

Er fiel nach vorne, bevor ich den Satz zu Ende bringen konnte.

Es vergingen Tage, Wochen, bis die Wunde sich vollständig geschlossen hatte, und auch dann war Jehiel nur noch ein Abbild seiner selbst.

Der vergiftete Pfeil, der mich treffen sollte hatte langsam seine Kraft aufgezerrt.

Die Elfenritter, Söldner seiner Mutter, sollten mich umbringen, weil ich eine Gefahr für die Thronfolge darstellte. Jehiel war der Sohn der Königin des unseligen Hofes.

Durch missglückte diese Tat hatte sie nicht nur ihren Sohn, sondern auch die Zukunft des Hofes verspielt. Ich könnte nicht sagen, das es mich geschockt hätte, aber beruhigt nun auch wieder nicht.

Ich pflegte ihn, liebte ihn, beruhigte ihn. Ich war für ihn da, jede Stunde, jede Minute, jede Sekunde. Jeder Augenblick schien mir kostbarer als der dahingegangene.

Als ich ihm mitteilte, das ich schwanger sei, schenkte er mir aus Freude einen Ring. Ganz anders als der Blumenring war es aus purem Silber, mit einem kleinen, fein gearbeiteten Edelstein in der Mitte. Ich legte ihn nie wieder ab.

Monate später, gerade als es so aussah, als würde er sich erholen, erlitt er einen fatalen Rückfall. Ich sah noch wie er auf den Boden sank und reglos in meinen Tulpen liegen blieb. Ich stieß einen Schrei aus und eilte zu ihm.

Seine Lippen waren bleich, und über seiner Haut lag ein dünner Schweißfilm. Doch als er die Augen öffnete, war sein Blick voller Liebe, fiebrig und verschwommen.

„Ich dachte, Elfen wären unsterblich“, weinte ich an seiner Schulter.

„Das sind sie auch.“

„Wieso erholst du dich dann nicht?“

Er streichte mir zart durchs Haar und lächelte. „Ich sterbe gerne, wenn ich dein Leben retten konnte. Deines und seines.“ Er legte seine zitternde Hand auf meinem runden Bauch.

„Jehiel, du stirbst nicht, hörst du?“

„Ich werde versuchen deinen Rat zu folgen, Rahel“, sagte er leise und küsste meine Hand.

Zwei Tage später setzten bei mir die Wehen ein. Am nächsten Morgen gebar ich einen Jungen. Seine kleinen perfekten Hände lagen wie frisches Laub in meiner Hand, zart und bronzefarben.

Doch unsere Freude währte nicht lange. Unser Junge war schwach, er fing an zu kränkeln, trank nur noch halbherzig, schlief schlecht.

Verzweifelt wandte ich mich an Jehiel. „Können wir nicht irgendetwas machen?“

„Es ist kein normales Kind, wir können nicht zum.., wie sagt ihr, Arzt? Und ich kann ihm nicht selber einen Schutzzauber anlegen, damit er normal aussieht.

Aber es gibt noch eine Möglichkeit.“

„Was wäre diese Möglichkeit?“

Er kniff die Lippen zusammen und wandte sich ab. „Lass uns zuerst mal hoffen das er sich erholt.“

Doch er wurde nicht gesund, sonder immer schwächer, es war, als würde ein Fluch über meine kleine Familie liegen.

Es war ein ganz normaler Morgen, doch er würde mir ewig im Gedächtnis bleiben denn mein kleiner Sohn hörte an diesem Tag auf zu atmen.

Ich stieß einen Schrei aus, der Jehiel alarmierte; er sprang aus dem Bett eilte zur Wiege und nahm seinen kleinen Sohn in den Arm.

„Rahel, indem was ich jetzt tue, darfst du mich nicht unterbrechen, hörst du?“

Stumm nickte ich. Er kam zu mir herübe rund küsste mich zärtlich.

„Ich liebe dich, denk daran.“

Ich wollte etwas sagen, doch er schnitt mir das Wort ab.

Jehiel legte sich auf unser Ehebett und bettete den Kleinen neben sich. Er legte beide Hände auf sein Herz und summte leise.

Ich musste eingenickt sein, denn ich wachte von dem Schreien eines Säuglings auf. Mein kleiner Sohn regte sich neben seinem Vater. Er lebte, atmete und schrie.

Ich weiß bis heute nicht, was Jehiel getan hatte, sicher ist, das er seien Kraft auf den Säugling übertragen hatte. Er hatte sein Leben geopfert, damit er weiter leben konnte.

Moira hatte ich alles erzählt, wir begruben ihn in meinem Garten, an dem Platz wo Jehiel am liebsten gesessen hatte.

„Oma!“ Ich legte mein Buch zur Seite und nahm den übermütigen Vierjährigen in den Arm.

„Oh, holla Sean, du bist aber groß geworden!“

Er lächelte ein Spitzbubenlächeln. Hinter ihm tauchte sein Vater auf. Auch noch heute wenn ich ihn sehe, schnürt es mir vor Liebe die Kehle zu. Er sah seinem Vater sehr ähnlich, beide hoch gewachsen, stark und doch mit der Anmut einer Katze auf der Lauer. Er nahm mich in seine Arme und gab mir einen Kuss.

„Mama, schön dich zu sehen.“

Wir trennten uns, er nahm seinen Sohn auf die Schulter, und folgte mir ins Haus.

„Was hast du da draußen gemacht, Oma? Hast du wieder mit dem Baum geredet?“

Ich lächelte melancholisch. „Ach, du weißt ja, alte Leute werden im Alter merkwürdig.“ Lange sah ich meinem Sohn an, er erwiderte meinem Blick und lächelte.

„Lass dir nichts erzählen, du weißt doch zu was wir werden, wenn wir mal sterben, oder?“

„Ohja, mich gruselts noch immer wenn ich einen Apfel esse, und daran denke, das der Baum einst ein Elf sein könnte.“

„Sag, kleiner Prinz, wie geht’s der Königin?“

„Mama, geht’s gut, sie sagt, du musst sie bald besuchen kommen, bevor der Winter einsetzt. Denn dann wird meine kleine Schwester bestimmt schon da sein.“

Ich hob eine Augenbraue. „Schwester, so so. Scheint als wüsstest du ganz genau was du willst.“

„Nunja, wenn man so ein störrisches Volk wie das unsere beherrschen will, muss man ja wissen, was man will oder?“

Oh, dachte ich, da spricht der König der Elfen. .

Montag, Mai 05, 2008

Hard Candy ( ja, ich kanns besser als Madonna :-) )





Der Krieg der Königin


Dunkel schon, in meinem Herzen
langsam nun die Nacht beginnt
Warte ich in deinem Kriege
der die Liebe von mir nimmt


Knüpf ich Tag um Tag den Knoten
der uns einst einand' verband
Zähl ich Tag um Tag die Stunden
die uns machten jung bekannt


Kalt die Nacht, der Tag schon nah
beginnt von Neu, Totenstund
Ungezählt die bloßen Leichen
die dort liegen, im fahlen Dunst


Mutter Erde, die einst UNS erschuf
rot getränkt, von der Kinder Blut
Ein versprechen das nie brach
Werder böse, weder gut





Davy Jones


Und du merkst...es schlägt immer noch
und du lebst immer weiter...herzlos
Mit dem Meer kam kalter Wind
die Segel blähten sich im Dunst

Dunkle See wurd deine Geliebte
die dich herabführte in Schwärze
Nahmst dir Sklaven, nahmst dir Seelen
100 Jahr im Tode noch leben

Und du merkst...es schlägt immer noch
und du lebst immer weiter...herzlos
Mit dem Meer kam kalter Wind
die Segel blähten sich im Dunst

Nun, längst tot, liebst du immer noch
und dein Herz schlägt in seiner Qual
Fluch bringt Leben, Fluch bringt Tod
doch du, wirst ewig bleiben auf See






Schulprojekt Theaterkultur Mainz

Plakat (Farben anders)

Anzeige


Logo Staatstheater Mainz
Eintritsskarte: Ein Mitsommernachtstraum


Montag, März 24, 2008

Östlich vom Äquator









Freitag, Februar 22, 2008

Gedichte und Bilderkes von mir


Kleine Tode

Bedecke dein Haupt,
Schwester, kleine
Geklaut hast du
Die Liebe, Meine

Weine nicht zu mir,
ich weise dich ab
ungezählte Chancen
die du gehabt

Gestohlen hast du
Ihn mir, verführt
Das ICH entrissen
Was mich genährt

Als wir gestanden,
an seinem Grabstein
weintest du Tränen aus Blut
Um die Schwester die du verloren
Um die Liebe, die nun tot


Ich warte

Ich werde auf dich warten
Im Schatten der Bäume,
die dich umgeben

Im Naß des Flußes
der die leben lässt
Ich werde auf dich warten

Im Dunklen des schwarzen Turmes
in den Trümmern meines Herzens
werde ich auf dich warten

Wo Sterne und Meer
ein Bündniss bilden
über See und über Länder
werden deine Spuren mir
den Weg zu dir weisen

Ich werde auf dich warten
Ich werde warten
Bis zum Ende der Zeit




Montag, Mai 28, 2007

Or läääändooooooo Bloom

Mittwoch, Januar 31, 2007

Unser 18.!!!!

Mittwoch, Januar 10, 2007

Roiben Rath Rye


aus dem Buch von Holly Black "die Zehnte"

Sonntag, Oktober 29, 2006

Kontraste mit Triple XXX (Lara, Lisa und Ich)

Hrrrr....gaaanz viele Stifte

Mittwoch, September 06, 2006

Bildbearbeitung 2006

Varieante2
Original
Varieante1




Dienstag, August 08, 2006

Bilder die Zweite





Montag, August 07, 2006

Die Sünderin

Moerser Literaturwettbewerb Thema "Kneipengespräche"

die sünderin (Persönliches)
Die Sünderin

>>Meine Mutter war acht als sie meinen Vater kennen lernte; sie hassten sich schon vom ersten Augenblick an. Sie, das verwöhnte Einzelkind englischen Adels, er, Sohn eines holländischen Neureichen.
Später wurde dann aus Hass Freundschaft und aus Freundschaft, wie kann es anders sein, Liebe. Sie schockierten zehn Jahre danach meine Großeltern mit zweierlei; der Nachricht auf meine baldige Anwesenheit und ihre Hochzeit. Natürlich war es klar, dass meine Großeltern (mütterlichseits) solch eine Ehe niemals zulassen würden und so ließen meine Eltern Familie, Erbe und Heim hinter sich und brannten durch.
Es war längst nicht so romantisch wie es hätte sein sollen. Hochschwanger, enterbt und völlig mittellos versuchten meine Eltern sich ein neues Dasein aufzubauen.<<
>>Hochschwanger? Beide?<<, sagt Paul und prustet.
Miriam, die Wirtin des „Blanken Hans“ fängt gelangweilt Pauls Blick auf, als erzähle sie die Geschichte schon zum tausendsten Mal, obwohl er weiss, dass er sie als aller Erster hört. Miriam ist alt, könnte seine Mutter sein, doch sie hat, und das ist selten, ihren jugendlichen Elan und eine fast rührende Unschuld bewahrt. Paul ist Schriftsteller, ziemlich ausgebrannt sogar. Doch was er bei ihr findet, ist Inspiration.
>>Nun ja, Sie wissen schon, meine Mutter war schwanger, mein Vater nicht...<<, sie fährt sich wieder durchs Haar, was ihre Angewohnheit zu sein scheint. >>Suchen Sie es sich aus, wie Sie es schreiben wollen.<< Miriam weist auf seinen Laptop.
>>Ja, natürlich...<<, sagt er. Im Rückblick darauf, wie er hierher gekommen ist, erscheint ihm alles noch immer sehr ungewöhnlich.
Er brauchte dringend Urlaub, also packte er seine Tasche, sprach eine Nachricht auf den Anrufbeantworter (gelobt sei die Technik), setzte sich in den Wagen und fuhr los.
Zum Meer. Er wollte zum Meer. Frische Energie tanken für sein neues Buch.
Müde und ausgelaugt von der langen Fahrt kam er abends in ihrem Gasthaus an. Schon als Miriam ihn das erste Mal sah, wusste sie, dass ihn die Sehnsucht trieb.
>>Sie schafften es mit Mühe und Not, aber... sie schafften es. Und, sie waren bis sie starben noch immer glücklich verheiratet.<<
>>Wann starben sie?<<
>>Lassen Sie mich überlegen<<, Miriam hält inne in ihrer Tätigkeit die Tische abzuwischen und starrt zur Decke. >>Das muss jetzt so an die zwanzig Jahre her sein.<<
>>Und Sie? Waren Sie jemals verheiratet?<<
>>Ja..., ja, das war ich einmal.<<
>>Ich sehe keinen Ring.<<
>>Es war auch keine glückliche Ehe.<<
>>Erzählen Sie mir davon?<<
Das Geschnarche der alten dicken Katze und das Tippen seiner Finger auf der Tastatur des Laptops sind die einzigen Geräusche die noch vorhanden sind.
Miriam sieht ihm in die Augen, knetet unruhig ihre Finger.
>>Nun, ich kann es versuchen, aber ich werde wahrscheinlich nicht so erzählen können, wie Sie es gewöhnt sind, ich werde mich als „Sie“ und „Miriam“ erwähnen. Das macht die Sache nicht ganz so schwer für mich. Außerdem verlange ich von Ihnen einen Schwur; dass Sie, was ich Ihnen dann erzähle, versuchen zu verstehen. Diese Geschichte ist schon sehr lange her. Es könnte sein, das Sie am Ende sehr..., nun sagen wir, geschockt sind.<<
>>Ich schwöre es.<<

Und Miriam beginnt.

>> Sie starrt lange in die Wolken, die sich wie Zuckerwatte vom blass-blauen Himmel abheben. Der Wind ist aufgefrischt und trägt die Vögel bis zum Horizont.
Sie seufzt.
Möwen, denkt sie. Möwen sind da, wo es Wasser gibt...
Hastig fährt Sie sich durchs Haar, verwuschelt es und streicht es wieder glatt.
Im Radio läuft leise ein alter Song, die Gardinen blähen sich auf im Wind.
Eine Katze kommt auf lautlosen Pfoten herein, setzt sich vor sie und bringt mit einem herausfordernden >>Miaaaaaauuuu!<<, ihr zunehmendes Hungergefühl zum Ausdruck.
Sie steht auf, geht vom Fenster zum Schrank, um eine Dose Katzenfutter zu öffnen und löffelt es in einen Napf. Die Katze hört auf um ihre Beine zu streichen und stürzt sich mit dem Hunger eines Jägers auf ihr Essen.
Miriam tritt einen Schritt zurück, hebt ihre Hände und formt einen imaginären Fotorahmen.
>Klicccckkk<, macht sie, und die Katze schaut kurz auf.
Lächelnd lässt sie die Hände sinken und setzt sich wieder ans Fenster. Von draußen erklingen wütende Kinderstimmen und der Schrei einer Möwe. Ein schwacher Salzgeruch nach Meer weht herein.
Sie ist noch niemals dort gewesen.
Die Katze ist fertig mit dem Essen, springt auf das Fensterbrett und fängt an sich in aller Seelenruhe zu putzen. Leises Schnurren begleitete ihr Waschritual.
>Du warst sicher schon mal am Meer, hm?<, fragt Miriam die Katze und fährt mit der Hand über ihren Kopf.
Die Kinderstimmen von draußen haben sich inzwischen zum Wutgeheul gesteigert, gemischt mit den schneidenden Stimmen der Mütter, die ihre Kinder zurechtweisen.
Sie würde niemals solche Kinder haben.
Sie denkt an den kleinen gehäkelten Kinderschuh, der in einer Dose oben auf den Regal vor sich hin dämmert. Denkt an den kleinen goldenen Ring der daneben liegt. Denkt an Frühling.


>Liebling, geht es dir besser? Ich habe heute dein Lieblingsessen gekocht, leider etwas angebrannt, entschuldige. Aber ich hoffe es schmeckt dir.<
Sie stellt das Tablett ab und öffnet weit die Fenster.
>Was für ein schönes Wetter, nicht? Ich wünschte wir könnten...<, sie verstummt und schaut auf das Bett, in dem Jan liegt.
Seine gleichgültiger Blick schweift zu ihr hin, er überfliegt die Schüsseln bleibt kurz an ihrer Hand hängen und setzt sich dann an der Decke fest.
Sie setzt sich wieder ans Bett und ergreift die Schüssel mit dem Pürierten. >Ich hoffe es schmeckt Dir.< , es stimmte nicht. In Wahrheit war es ihm egal, was sie kocht, Jan würde es hinnehmen, selbst wenn es Katzenfutter wäre. Gehorsam öffnet Jan den Mund, als er das Essen sieht.
Langsam füllt sie einen Löffel und füttert ihn mit dem Püree. Plötzlich muss er husten, würgt und verschluckt sich. Sie holt einen Lappen heraus und wischt ihm das Essen weg.
>Ist doch nicht schlimm, es ist nicht schlimm.< Wieder eine Lüge.
Als sie ihn nochmals füttern will, wendet er den Kopf um und kneift die Lippen zusammen.
>Ah, nein, Jan, das bringt doch nichts, das hatten wir doch schon mal, Liebling. Es macht mir nichts aus..., das weißt du doch.<
Ihm ist es peinlich. >In guten, wie in schlechten Zeiten<, hatte der Pfarrer damals gesagt, und Jan steckte ihr einen kleinen goldenen Ring an ihren Finger. Doch was bedeuteten diese guten Zeiten, vor ihrer Ehe, ja das waren gute Zeiten, doch dann kam alles so anders. Sie lebten sich schon bereits nach 2 Jahren auseinander, dann sein Seitensprung, ihr Zusammenbruch, als sie es herausfand, die Fehlgeburt und am Ende von viel Hass und Streit, sein Schlaganfall mit 25...
Nun ist sie tatsächlich an ihn gefesselt, hat er gute Zeiten, ist sie erleichtert, hat er schlechte, ist es ihre Qual.
Sie nimmt die Medikamentendose von seinem Nachttisch und holt seine Pillen heraus.
Eine gelbe, eine rote runde und eine große dunkle. Genau wie ihre Liebe. Erst, hell, erleuchtend glücklich, dann Hass, Krieg, Blut....das ihre, und des Kindes, und dann....Dunkel.
Nachdem er seine Medikamente nahm, will sie wieder nach unten gehen, als sie hört, wie er etwas flüstert.
>Mir....<, er räuspert sich und versucht es erneut. >Miri...am....<.
Ihr Name. Er sagt seit seinem Anfall vor zwei Jahren zum ersten Mal wieder ihren Namen. Sie versteift sich, umklammert das Tablett, bis ihre Handknöchel weiß schienen. >Was?<
Blauer Himmel, weißer Strand...blauer Himmel, weißer Strand, denkt sie.
>Wo... ist er?<, schnauft Jan unter Mühen.
Blauer Himmel, weißer Strand...blauer Himmel, weißer Strand.
>Wer?<, fragt sie.
>Der... Ring!<
Sie antwortet nicht. Will wieder herunter gehen.
>Mir... iam... wo ist er?<
Blauer Himmel, weißer Strand......
>Oh... den muss ich verloren haben..., als ich gejätet habe.<
Blauer Himmel, weißer Strand...blauer Himmel, weiß-
>Dann such ihn... du bist... schließ... lich... meine Frau.<
>ICH HABE AUFGEHÖRT DEINE FRAU ZU SEIN, ALS DU MIT DIESEM....DIESEM FLITTCHEN GESCHLAFEN HAST!<
Geschockt sieht er sie an, fasst sich aber gleich wieder. >Wie kannst... du es wagen...so mit mir zu reden...<
>So mit dir zu reden? DU HAST MEIN KIND ERMORDET, JAN!<, sie dreht sich um und schleudert ihm das Tablett entgegen. >Und der erste Satz, den ich von dir höre seit deinem Anfall is-<
>Verdammt... noch mal... beruhige... dich.<, er spricht hastig, heiser.
>Verdammt noch mal, das tu ich nicht!<
Jan versucht sich aufzurichten, ist aber zu schwach, greift nach der Blumenvase am Bett, und wirft und trifft Miriam an den Kopf.
Sie sinkt in die Knie und weint stumm. Kissen sind vom Bett heruntergefallen und sie presst eines an sich.<<

Miriam schließt die Augen. >> Die fremde Frau in meinem Bett, Jans selbstzufriedenes Grinsen, als er mich sah, mein Wutausbruch, seine Schläge, als er auf mich losging, die Treppe, die ich hinunter fiel...Schmerzen und das Blut<<, sie atmet jetzt heftig, ihre Brust hebt und senkt sich schnell und ihre Finger führen einen unsichtbaren Kampf aus. >>Es war zuviel, einfach zuviel...<<
Paul sieht sie an, nimmt seine Finger von der Tastatur, ergreift ihre Hand und drückt sie.
Miriam fährt fort in ihrer Geschichte.

>>Sie lässt das Kissen fallen. Es hätte nicht so enden dürfen...
>Nein, das hätte es nicht.< Langsam sinkt sie auf die Knie und beugt sich zu ihm herab.
Kalte Augen, verblüfft, fassungslos, vorwurfsvoll sehen sie an. Tote Augen.
>Du hattest die Möglichkeit, ich nicht. Aber du hast deine Chancen nicht genutzt, Liebling.<
Sie fährt ihm über die graugewordenen Haare, lässt ihre Finger über die Lippen gleiten, über die nie wieder ein Atemzug kommen wird.
Sie setzt sich neben ihn aufs Bett, nimmt ein Päckchen Zigaretten aus ihrer Rocktasche und zündet sich eine an.
Raucht, schaut auf die absurd verrenkte Gestalt auf dem Bett, raucht und nimmt es hin.
>Menschen sterben nun mal, weißt du noch? Das hast du zu mir gesagt, als ich mein Kind verloren hatte.<
Sie steht auf, hebt ihre Hände und macht >Klicccckkk<. Sie würde versuchen seine Schläge, seinen Missbrauch an ihr, diese Ehejahre zu vergessen. Er ist tot, würde es bleiben, doch dies ist ihre Versicherung.<<

Irgendwann hat Paul aufgehört zu schreiben und sieht Miriam an.
>>Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Stein<<, sagt sie, kramt in ihrer Tasche, holt ein Päckchen Zigaretten heraus und steckt sich eine an.
>>Wissen Sie was ich mich oft frage? Ob es etwas geändert hätte, hätte ich es nicht gesehen, also die fremde Frau im Bett. Ob ich dann etwas von seiner Gewalt und seinen Schlägen erfahren hätte?<<
Er fängt sich ein, räuspert sich. >>Vielleicht, doch die Wahl hatten Sie nicht.<<
>>Hätte ich wählen können, so hätte ich anders entschieden. Nicht das ich zu feige wäre, nein, ich würde es einfach nicht wissen wollen. Vielleicht wäre es auch nicht so grausam geworden. Ich hätte mich entschieden, mit blinden Augen zu leben, sorgenfrei, naiv, hintergangen. Vielleicht wäre die Welt untergegangen und ich hätte es nicht bemerkt. Erfahrungen, die das Leben leichter gemacht hätten, wüsste man nicht von ihnen.<<
>>Sie haben es aber trotzdem erfahren.<<
>>Ja, ich habe es, aber ich misse es nicht. Wissen Sie noch was, Paul? Ich hätte es aufgegeben, wirklich.<<
>>Was? Sehend durch die Welt zu gehen?<<
>>Ja, all die Erfahrungen. Von der Sonne auf meinem Gesicht, den Wind in den Gräsern, die Erde unter meinen nackten Füßen. Von den Mysterien. Krieg, Kampf, Tod.
Ich hätte alles aufgegeben, um weiter unschuldig zu leben. Sei es auch, um nur so zu tun.<<
Paul atmet schwer aus, lehnt sich zurück und mustert diese Gestalt vor ihm, die ihm soviel von ihren Leben und ihren Gefühlen verrät. Denkt an seinen Schwur.
>>Wieso haben Sie mir das erzählt?<<, fragt er nach einigen Minuten.
>>Sie haben mich gefragt, als Sie am Tresen saßen<<, antwortet sie langsam.
>>Nein, ich meine das mit Jan..., der...der Mord. Haben Sie keine Angst, dass ich Sie anzeige?<<
Miriam wirkt leicht überrascht. >>Sie sind ein Schriftsteller, Paul. Ein Künstler. Sie haben nach Inspiration, nach einer Muse gesucht und haben Sie bei mir gefunden. Ich habe ihnen aus meiner Seele erzählt, ein Stück Erinnerung gegeben. Sie würden all ihre Prinzipien verraten, würden Sie mich melden.<<
Er ist verblüfft. Sieht sein Selbst entblößt, seine Ideen und Gedanken auf Seiten gebracht, damit sie darin lesen kann.
Sie lächelt, als sie seine entgeisterte Miene sieht.
>>Manchmal muss man aus sich herausgehen, um weitermachen zu können. Weiter mit dem Leben, mit den Lügen oder mit der Wahrheit. Stück für Stück zu beichten, ist vielleicht manchmal die Vorraussetzung für das kleinste bisschen Unschuld, dass einem übrig geblieben ist.<<

Monster

Monster (Persönliches)
Schreibwettbewerb Kamp-Lintfort Thema: "Mut"
Monster
Es war einmal ein kleiner Junge, den ich Leonard nenne, nicht weil er so hieß, denn er hätte auch Kai, Paul oder Marco heißen können, sondern weil der Name mir sehr gefällt.
Er war ein Kind, das mit der Vergangenheit in einem Haus aufwuchs, da er mit seinen Eltern und dessen Eltern in einen Haus am Stadtrand lebte. Es tut nichts zur Sache, welches Jahr wir schreiben, denn diese Geschichte hätte zu jeder Zeit dieses Jahrhunderts passieren können.
Morgens stand er um Punkt sieben auf (außer natürlich Samstag und Sonntags, dann um acht), wusch sich, wie seine Mutter es ihm aus der Küche zurief (in der sie gerade Pfannekuchen machte), zog an, was ihm rausgelegt wurde von seiner Großmutter Aurelia, (welche schon rauchend am Küchentisch saß), nahm die Schultasche, kontrollierte ob er die Hausaufgaben (die am Vortag sein Vater noch überprüft hatte) auch wirklich eingepackt hatte und ging nach unten, in die Küche, wo er dann frühstückte. Um halb Acht verabschiedete er sich von seiner Großmutter („Fahr vorsichtig!") und seiner Mutter („Pass auf und ärger Niemanden.") setzte sich auf das Fahrrad und fuhr zur Schule.
Wenn er dann heimkam, gab es Mittagessen, an dem Mindestens zwei seiner Familienmitglieder beteiligt waren. Ein Tischgebet vor dem Essen und nach dem Essen ein „Danke sehr, hat gut geschmeckt.", selbst wenn es meistens gar nicht stimmte.
Sonntags mähte er den Rasen, dann bekam er ein kleines bisschen zusätzliches Taschengeld von seinen Vater.
Er hätte ein glücklicher Junge sein können, ohne Probleme, gut behütet und geliebt. Aber das war er nicht. Denn je älter er wurde, desto mehr Verbote, Regeln und Vorschriften wurden aufgestellt.
Sobald er schreiben konnte, machte er eine Liste, aus Angst er könnte er könnte eines von den Verboten, Vorschriften oder eine Regel vergessen. Sie sah etwa so aus:

-Am Tisch nicht mit den Stuhl kippeln
-Vor dem Essen die Hände gründlich waschen
-Hausaufgaben machen, erst dann spielen
-Mit der Hand vor dem Mund gähnen
-Zähneputzen 3xtäglich
-Nicht an den Herd, Backofen oder Gasboiler gehen

Und so weiter.

Als er dann neun wurde, kam ein weiteres Verbot dazu:

-Nicht auf den Dachboden gehen

„Warum?", fragte er seinen Großvater Hugo.
„Weil es auf Dachböden sehr gefährlich sein kann, für Kinder."
„Aber was ist denn da so gefährlich?"
Hugo warf ihm einen Blick zu und sagte: „Iss deine Suppe auf."
Und er aß sie auf. Danach fragte er nie wieder nach den Grund.

Abends wenn er in seinem Bett lag, hörte er über sich manchmal Geräusche. Ein Trippeln und Trappeln, ein Keuchen und Schnaufen, Kratzen und Schritte, Knarren und Krächzen. Es kam von den Dachboden.
Meistens zog er sich dann ängstlich seine Decke über den Kopf und versuchte diese Geräusche auszuschließen. Es funktionierte meistens, doch wenn nicht, so lief er ängstlich zu dem Zimmer seiner Großeltern und schlich sich zu seiner Großmutter Rosa ins Bett. Sie war die Einzige, die nie versuchte ihn zu verbessern oder zu bevormunden. Bei ihr konnte er es wagen, Angst zu haben und fehlerhaft zu sein. Ihr erzählte er immer alles, alle kleinen Geheimnisse.
In ihrer warmen, nach alten Menschen und Zedernholz duftenden Umarmung fand er immer Schlaf. Die einzigen Geräusche waren ihr Atem und Hugos Schnarchen, der im Bett nebenan schlief.
Dann, als er ungefähr dreizehn war, gab es ein Mädchen in der Nachbarschaft, dass er sehr mochte. Und sie ihn, dass wusste er, weil sie ihn ein Brief geschrieben hatte. Das tat sie immer.
Morgens, wenn er sie mit seinem Fahrrad zur Schule abholte (sie waren in der selben Stufe), stand sie schon an der Straßenecke, ihren roten Ranzen auf den Rücken, eine Schleife in den blonden Haaren und in einem Kleid, in den sie hinreizend aussah.
Sein Herz begann dann immer heftig zu klopfen. Sie wünschte ihm einen guten morgen, setzte sich auf seinen Gepäckträger und hielt sich mit der einen Hand an seinen Hemd fest, während die andere den Ranzen hielt.
Leonard konnte sich nichts schöneres vorstellen, als dann loszufahren und das kleine Gewicht hinten auf dem Fahrrad als seine Freundin zu wissen. Wenn sie dann noch ihren Kopf an seinen Rücken lehnte, war er besonders glücklich.
An der Schule pflegte sie dann immer ihn einen Brief zu geben, den er dann in den Pausen las und ihn beantwortete.


Lieber Leo,
heute hatte ich Streit mit meiner Mutter, denn sie hatte einen Brief von mir and dich gefunden.
Sie fand, ich sei noch viel zu jung, um Briefe wie solche zu schreiben. Sie hat auch gesagt, das sie mir nicht erlaube einen Freund zu haben, der Katholik sei, noch dazu in diesem Alter. Sie sagte, wenn sie mich erwische, wie ich mit einem Jungen rede, von dem sie weiss, das er katholisch ist, dann bekäme ich richtig Ärger. Du weißt wie sie ist, dass sie jeden hier kennt.
Das machte mich sehr traurig und ich rannte hoch in meinem Zimmer.
Ich möchte aber weiterhin deine Freundin sein, denn ich habe dich sehr gern. Doch von jetzt an, werde ich meine und deine Briefe sehr gut verstecken und ich möchte, dass du das auch machst.
Ich verstehe aber noch immer nicht, warum es so schlimm ist Katholisch oder Evangelisch zu sein, da doch beide an den Herrn Jesu Christi glauben.
Ich freue mich schon darauf, die morgen zu sehen.
In Liebe Agnes.


Leonard konnte das auch nicht verstehen. Er schrieb hastig eine Antwort und drückte sie Agnes in die Hand als sie aneinander vorbeikamen im Flur.
Heute Abend um sechs an der alten Mühle.
Daheim erzählte er Rosa von Agnes und ihren Briefen. Als er geendet hatte, sah sie ihn nachdenklich an und schüttelte traurig den Kopf.
„Mein lieber Junge, vergiss dieses Mädchen. Auch wenn die erste Liebe was ganz wunderbares ist, aber aus euch beiden kann nichts werden. Es tut mir Leid."
„Ist es, weil sie evangelisch ist?"
Rosa nickte und sagte: „Wie ihre Mutter schon schrieb, sie würde es nicht zulassen, deine Eltern würden es auch nicht zulassen."
„Ja, aber warum denn?"
Rosa erzählte ihm die Geschichte von den Papst und Martin Luther.
„Ja, das haben sie uns auch in der Schule erzählt, aber ich versteh immer noch nicht, warum ich Agnes nicht treffen darf."
Nun seufzte die alte Frau und strich Leonard durch die dunklen Haare. „Es ist wegen den Erwachsenen, es hat etwas mit Stolz zu tun."
„Mama, darf ich raus?"
Er stand in der Küchentür und beobachtete seine Mutter dabei, wie sie den Herd saubermachte.
„Hast du denn schon deine Hausaufgaben gemacht?"
„Ja, Mama."
„Ist dein Zimmer auch aufgeräumt?"
Er seufzte. „Ja, Mama."
„Gut, Schatz, bleib aber nicht zu lange draußen und mach dich nicht schmutzig."
„Mama, ich bin dreizehn, schon beinah vierzehn."
Sie schaute zu ihm hin. „Dann kannst du ja auch deine schmutzige Wäsche selber waschen, wenn du schon so alt bist."
„Ich werd mich schon nicht schmutzig machen!"
Sie wandte sich wieder den Herd zu. „Viel Spass, Schatz."
„Danke Mama."
Er ging nach draußen und schaute auf die Uhr. Viertel vor sechs. Er musste sich beeilen. Hastig holte er sein Rad aus der Garage und fuhr los.
Sie war schon da als er ankam, hatte sich auf einer alten Mauer gesetzt und die Schuhe ausgezogen. Er hatte diesen Ort ausgewählt, weil hier so gut wie nie eine Menschenseele vorbeikam.

„Leo!", rief sie und lächelte warm.
Er ging zu ihr und erzählte ihr das was Rosa ihm gesagt hatte.
„So ist das also, wegen ihren Stolz. Weil sie denken, sie könnten ihr Ansehen verlieren."
Leonard hatte sich nicht getäuscht. Agnes war sehr schlau und intelligent wenn man ihr genügen Informationen gab.
„Das ist dumm."
Sie nickte. „Ja."
„Aber ich möchte, ...ich will nicht von dir getrennt sein", sagte Leonard unbeholfen und nahm ihre Hand.
„Ich ja auch nicht von dir."
Sie schauten sich traurig an und Leonard erkannte, wie kompliziert die Welt sein kann.
Agnes lächelte ihn an und drückte seine Hand. „Aber wenn wir beide nicht wollen, wo ist dann das Problem? Wenn wir uns heimlich treffen? Wie sollen unsere Eltern dann davon erfahren?"
So trafen sie sich öfters an der Mühle, lügten ihre Eltern an und kamen damit durch.
Leonard wurde still, aus Angst Stubenarrest zu bekommen, leistete er keine Wiederworte mehr und nahm alles hin. Der Sommer kam und ging und es wurde kälter. Leonard aß nun wie ein Loch ohne Boden und schoss in die Höhe. Auch Agnes veränderte sich, ihre Hüfte wurde rund, ihre Taille schmal und sie bekam Brüste. Er beobachtete eifersüchtig wie mehrere Jungen versuchten mit Agnes ins Gespräch zu kommen, wenn sie mal allein auf dem Schulhof stand. Doch er versuchte sich zu beruhigen, Agnes gehörte zu ihm, ihr warmes Lächeln, ihre kleinen Küsse, ihre Briefe.
Allein Rosa bemerkte, was mit Leonard vorging. Er erzählte ihr nicht mehr soviel wie früher. Schon lange kam er nicht mehr zu ihr ins Bett, wenn seine Alpträume ihn jagten. Und dann diese kleinen Ausflüge abends, wann immer er sich erlauben konnte, eine Ausrede zu finden. Mit den Jungs fischen. Nachhilfe geben. Hausaufgaben bei einem Freund machen.
Sie hatte ihn längst durchschaut.
Eines Nachts jedoch konnte Leonard die Geräusche auf dem Dachboden nicht ausschließen; er setzte sich in sein Bett auf und starrte an der Decke. Die Geräusche machten ihn längst keine Angst mehr, sie störten manchmal und warfen Fragen auf aber nicht mehr. Doch diese Nacht war es anders; wie Leonard sich auch umdrehte und wälzte, wie oft er auch zum Fenster ging, um frische Luft reinzulassen oder es zu zumachen, weil es zu kalt wurde, wie oft er auch Schafe zählte, die Geräusche am Dachboden hielten ihn wach.

Mittwoch, Mai 10, 2006

photoaufgabe: Perspektive




Donnerstag, Februar 02, 2006

Fotomontage

Sonntag, Dezember 04, 2005

Menschen







Dienstag, November 15, 2005

Märchentraum




Mel und Ich
Fach: Digitale Gestaltung
Thema: Schminken
Idee: Hmm, warum nicht Puppe
Ergebnis: Dornrösschen???




















Sonntag, Oktober 16, 2005

Meine Family



Freitag, Oktober 14, 2005

Photos

Meine Photografien

Düsseldorfer Auqazoo




Meine Schwester und Ich, als Photomontage

Rheinberg

Donnerstag, Oktober 13, 2005

Warum?

Eine Herr der Ringe Fanfiction von mir.....


Warum? Weshalb gab Eru, der große unfehlbare Eru uns die Fähigkeit zu Leben, wenn Er uns gleichzeitig auch die Fähigkeit zu Töten gab? Gezieltes, unbarmherziges und bewusstes Töten.
Als die kalte Klinge über die zarte Haut meines Halses fuhr, wurde mir in diesem Augenblick eines bewusst:
Eru hat nicht beabsichtigt, das manche den Trieb oder Zwang verspüren, zu hintergehen, zu belügen und zu verraten. Er hat uns Geschöpfe geschaffen, im Glauben, wir wären Seine Vollendung. Seine Kinder.
Er konnte nicht ahnen, dass wir Ihn hintergehen würden.
Wer konnte das auch?

Diese Fähigkeit zu benutzen, um sein Volk, sein Land und um die nackte Existenz zu retten, war ebenso wenig beabsichtigt.
Es war ein Fehler, als ich mich in den Trupp einschmuggelte, der nach Helms Klamm ziehen wollte. Es war von Anfang an aussichtslos und der Erbe Isildurs wusste das auch. Zu viele Orks waren gekommen, um die Menschen Rohans zu vernichten. Zu wenige konnten die Hornburg verteidigen. Doch nicht Orofin, nein, er glaubte an Aragorn.

>>Viele werden sterben<<, sagte damals Orofin, der Bruder des Hauptmanns Haldir, in den güldenen Wäldern Loriens zu mir.
Es war ein lauer Sommertag und mildes Sonnenlicht fiel durch das Blätterdach auf uns.
Ich stand ganz still, wagte nicht zu atmen, um meiner Angst Einhalt zu gebieten.
>>Keiner kann es verhindern<<, antwortete ich ihm und schaute in seine grauen Augen.
>>Nein, aber wir können es versuchen.<<
Meine Handflächen wurden klamm und ich biss mir auf die Lippen. Ich wusste, er würde es tatsächlich versuchen. Doch ich würde nicht zulassen, dass er sein Leben einfach so weg werfen würde.
>>Du bist wahnsinnig! Nur ein Tor reitet in den Tod!<<
>>Dann bin ich ein Tor.<<
>>Ich werde nicht trauern um einen Narr! Dort ist nichts, nur Tod, Krieg und Blut. Du musst nicht gehen, andere könnten deinen Platz einnehmen<<, rief ich verzweifelnd, doch ich wusste, nie einer könnte ihn je ersetzten.
Etwas in seinem stolzen Blick brach. >>Mein Bruder braucht mich. Das Volk Rohans braucht mich. Sie werden sterben, wenn wir nicht kommen. Jeder kampferprobte Elb sollte sich schämen, noch hier bleiben zu wollen! Du sitzt hier und genießt dein Leben, während Männer sterben, Frauen und Kinder ermordet werden!<<
>>So ist das nun mal! Dagegen kannst du nichts ändern!<< Ich wusste, welchen Unsinn ich redete, doch ich wollte ihn nicht gehen lassen.
>>Nein, du willst nichts ändern, weil du Selbstsüchtig, Stur und Eigensinnig bist!<<
Er verletzte mich tief mit diesen Worten. Ich wandte mich ab und wollte gehen.
Doch er hielt mich an der Hand fest und wirbelte mich herum. Unweigerlich musste ich in sein anziehendes Gesicht blicken. Es tat mir so weh, das ich ihn verlieren würde.
Er nahm mein Gesicht in seine Hände und küsste mich.
>>Ich liebe dich<<, sagte er schlicht.
>>Wie..., wie kannst du es wagen?<<, stammelte ich und gab ihn eine schallende Ohrfeige. >>Nach allem, was passiert ist, was sein wird! Wie kannst du es wagen!?<<, schrie ich ihn an und bemerkte nicht, wie Tränen meine Wange herunterliefen. >>Du wirst vielleicht sterben! Sterben! Verstehst du das? Du könntest hier bleiben und ein Leben mit mir leben. Wieso entscheidest du so?!<<
Er sah verletzt aus und verwirrt. Eine Hand hatte er unfassbar an seiner roten Wange gelegt, die andere ließ meine Hand los. Ich rannte weg.

Ich stand unscheinbar neben dem Prinzen Legolas, der zusammen mit seinen anderen zwei Gefährten auf die obersten Zinnen gegangen war, als es zu regnen anfing. Beide waren groß und schlank, und da hörten auch schon die Gemeinsamkeiten auf. Während der Prinz lange, helle Haare und blaue Augen hatte, war Aragorns Haar dunkel und seine Augen wie das Meer. Er hatte eine hohe königliche Stirn und der Bart verriet, das er sich schon länger nicht rasiert hatte.
Der Gefährte Gimli, ein stämmiger, kleiner Zwerg, dessen rostbraunen Augenbrauen und Bart sein Gesicht regelrecht zuwucherten, stand zwischen beiden und unterhielt sich mit dem Elb. Er lugte kaum über die Mauer.
Plötzlich fing es an zu grollen und ein mächtiger Blitz erhellte das Szenario vor den mauern. Es war ein mutraubender Anblick; wohin man auch sah, überall nur Feind. Schwarze, wogende Massen, grölend und stampfend.
Ich hörte undeutlich wie Legolas etwas zu Aragorn sagte.
>>Deine Freunde stehen dir bei.<<
Der Zwerg antwortete: >>Auch sie mögen die Nacht überdauern.<<
Mein Mut sank, im Angesicht der Überzahl des Feindes.
Und plötzlich fing die Schlacht an.

Ich kämpfte noch auf der Mauer und hielt Ausschau nach Orofin, als ich merkte, wie mir der Boden unter den Füßen weggerissen wurde. Es gab einen lauten Knall, Schreie, Steinbrocken und Krieger flogen durch die Luft. Ich kam hart auf der Seite auf, mein Kopf schlug gegen einen Stein und mir wurde schwarz vor Augen.
Ich erwachte, als mir jemand erst meine Rüstung und dann den Helm vom auszog.
>>Der ist tot!<< Ich spürte eine Hand an meinem Gurt, um sich mein Schwert auch noch zu nehmen. Ich sprang auf und sah mir Orks gegenüber. Einer hielt fassungslos meinen Helm in der Hand. Vor ihm stand eine junge Frau, mit langem blonden Haar und wütendem Blick.
>>Es ist eine Frau<<, schnarrte einer und packte mich blitzartig an den Haaren.
Ich rammte ihn meinem Dolch ins Bein. Er schrie, doch ließ er nicht los. Einige lachten.
>>Halt still, Weib, sonst schneid ich dir die Kehle durch!<<
Ich spürte die kalte Klinge an meinem Hals und beschloss, mich nicht mehr zu regen.
>>Schon besser so.<<

Es gibt Dinge, von denen man lieber nie etwas erfahren möchte.
Von diesem Stern, von einer Rasse, von einer Familie, von Freunden, von einem Geliebten.
Davon, den einzigen Menschen den man liebt, weiter zu lieben.
Von der Verantwortung für alle Dinge auf diesem Planeten. Von all den Sünden. Von der Ewigkeit.
Vom Ringkrieg.
Hätte ich mit geschlossenen Augen gelebt, wäre alles nicht so furchtbar geworden für mich.
Doch ich habe davon erfahren.
Von Kriegern, die wie ich gelebt, geliebt und gestorben waren, im Wissen, das sie vergessen werden, wie alles Vergängliche auf der Welt.
Ein jeder ein Held, ein jeder ein Geächteter, sind vergessen worden.
So viele. Und kein Grabstein, kein Vermächtnis, verrät, das sie je gelebt haben. So viele, Tag um Tag, Stunde um Stunde ließen ihr Leben, weil sie an etwas Besseres glaubten.
Doch woran glaubte ich?

Ich wandte mich blitzartig um, und stieß den Ork meinen Dolch im Bauch. Das seine Klinge abrutschte und einen langen, tiefen Schnitt entlang meines Brustbeins erzeugte, war mir egal.
Der Ork grunzte und sah verblüfft auf die Klinge in seinem Bauch. Und ehe seine Kameraden mich erreichten, zog ich den Dolch heraus und schlitze dem Nächsten die Kehle auf. Nun zögerten sie.
Gebannt beobachtete ich, wie der Getroffene langsam in die Beine ging, röchelte und umkippte. Es war mir eine Genugtun zu sehen, wie viel Blut aus seiner Wunde schoss.
Mein Blutrausch war geweckt und nicht mehr aufzuhalten. Mich ergriff diese unheimliche Gier nach mehr Blut, Kampf und Tot, die ein jeder Krieger zur Genugtun kennt.

Wieder ein Textausschnitt aus "Die dunkle Braut"



>Oh, die Kriege müssen enden,lass uns Deinen Frieden sehnund nimm das Blut von unsren Händen,lass uns auf Deinen neuen Wegen gehn.

Schenk den Kindern wieder Lachenso wie es früher einmal war.Räch die Armen und die Schwachenlass Dich sehn Herr,denn mein Herz weiß, Du bist da<

Xavier Naidoo, aus ‚Wenn du es willst’





Ein Geräusch erklingt. Ein Schrei. Doch ich höre nichts. Zu lang schon, sitz ich hier, in meinem Gefängnis fest. Zu lang schon, hat die Dunkelheit der Mauern mir das Sonnenlicht gestohlen. Ich sitze hier, auf schmutzigem Stroh, dass kaum die Kälte des Steinbodens abhält.
Das harte Brot, das man mir heute gab, hatte sich schon längst eine Ratte geholt. Doch ich merkte es nicht mal. Meine Gedanken wandern schon im grauem Licht der Dämmerung, an Orten, wo die Nacht langsam ihre Herrschaft fordert. Vergessen sind die Stärke und Ehre, für die man mich einst bewunderte. Verloren, die Lebensalter, die ich noch vor mir hatte.
Diese Burg, die ich einst mit glänzenden Augen ansah, diese Burg ist mir zum Verhängnis geworden. Die starken Mauern, die mich einst schützten, halten mich nun gefangen. Wie Stolz war ich doch, als ich zum Hauptmann der Burgwache ernannt wurde! Damals glaubte ich, ich sei unverwundbar, müsse ein Vorbild für meine Soldaten sein. Niemals hätte ich gedacht, das ich derjenige sein könnte, der bezahlen muss.
Ich wusste nicht viel über dieses Schmuckstück, eine Kette, welches wir bewachen sollten.
Es war uns strengstens verboten, zu fragen. Und ehrlich gesagt, ich wollte auch gar nicht fragen. Ich habe mein Ziel erreicht, ich bin Hauptmann geworden.
Als Aravié mir diesen Auftrag gab, nahm ich ihn an. Unwissend, das ich meinen Dienst versage. Das ich alle enttäusche.
Über Nacht kamen sie dann. Es waren über eintausend, kriegserfahrende Dunkle.
Wir waren etwas mehr über dreihundert, unvorbereiteter Soldaten. Für viele von ihnen war das die erste und letzte Schlacht.
Die Dunklen führen seit jeher Krieg gegen uns Hellen, und eigentlich, kann keine Seite, sich als die Besseren und die Guten bezeichnen. Doch es gibt Unterschiede.
Es gibt schon immer Licht- und Schattenkreaturen, die sich, meistens, gegenseitig bekämpfen.
Nichts ernsteres, nur Kleinkriege, wo niemand zu Schaden kommt. Ab und zu geschieht es auch mal, das es Handel, Heiraten oder Feste zwischen beiden stattfinden.
Die Hellen, so bezeichnet man die jenigen, welche weißhäutig sind. Natürlich gibt es auch bei uns Dunkle, die eingeheiratet oder übergewechselt sind, doch genauso gibt es bei den Dunklen, Helle. Die Schattenkreaturen, sind mehr mit der Nacht Freund, als mit dem Tag, denn helles Licht trübt ihre Augen und schadet ihrer Haut.
Sie überraschten die meisten im Schlaf und ermordeten sie lautlos, bevor sie noch aufwachen konnten. Wenn ihr mich fragt, keine große Heldenleistung.
Viele meiner Soldaten weigerten sich gegen die Schattenkreaturen zu kämpfen, doch sie wurden fast widerstandslos niedergemäht. Sie waren im Vorteil. Die Hälfte von uns, war schon tot, die andere Hälfte kämpfte, um in den Wissen zu sterben, niemals zu großen Ruhm und unsterbliche Ehre zu erlangen. Ich rief die Überlebenden zusammen, stachelte sie an, doch es war hoffnungslos. Ich wusste das, sie wussten das, und unsere Feinde erst recht.
Wir hatten versagt.
Hatten alle enttäuscht.
Und das schlimmste, wir hatten uns selbst belogen.
Doch das, was nun kommen wird, wird schrecklicher und grausamer werden, als man es sich vorstellen konnte. Die Dunklen hatten eine unsichtbare Grenze überschritten – sie haben Helle getötet – und dafür müssen sie mit Blut bezahlen. Diese Kette, die sie haben wollten, die sie bekamen, war für sie nutzlos, mehr noch; sie fügte ihnen Schmerz zu.
Ich sah es mit eigenen Augen. Sie hatten schon die Burg eingenommen und erreichten den Saal, wo die Kette aufgebahrt wurde. Nur noch ich und ein paar andere kämpften verzweifelt weiter, doch bald darauf waren wir umzingelt. Ein Befehl kam. Mir und meinen Kameraden wurden die Hände auf den Rücken gedreht und wir wurden auf die Knie gezwungen. Ich sah die kalte Angst in den Gesichtern meiner Soldaten. Ein Dukelelf trat auf den Podest, worauf die Kette lag, zu. Er hob sich, durch seinen kostbaren Brustharnisch, von allen anderen ab. Sein Haar war dunkel und seine Haut wies die typische Bräune für Dunkle auf.
>>Werft sie in den Kerkern!<<, sagte er und blickte gelangweilt auf uns nieder.
>>Wartet!<<, sagte ich fest. Ich war mir bewusst, das er mein Leben auslöschen könnte, wenn er wollte, doch ich wollte wissen, warum sie uns angegriffen hatten. >>Weshalb?<<
Der Dunkle kam näher, beugte sich zu mir hinab. >>Diese Kette ist sehr machtvoll, sie könnte für beide Seiten entscheiden sein und mein Herr weiß das.<< Er wandte sich ab und wandte sich wieder der Kette zu.
>>Welcher Herr?<<, fragte ein junger Soldat, rechts von mir. Seine Stimme klang zornig, ungläubig. >>Welcher Herr wagt es, sich dem Zorn der Aravié auszusetzen?<<
Ich schloss die Augen, denn ich wusste, er war zu weit gegangen.
>>Bringt ihm zum schweigen!<<
Der Dunkle, der ihn festhielt, zog sein Schwert.
>>Nein, nicht hier!<< Der Hauptmann, denn das schien er zu sein, wartete ab, bis man den Mann, der es gewagt hatte zu sprechen, dann griff er gierig nach der Kette.
Als er sie berühren wollten, verbrannte seine Haut da, wo der Schmuck mit ihr in Berührung kam. Er fluchte und rieb sich die verbrannten Finger.


Bilder




Meine Zeichnungen














































Scherben der Welt

Lena Wölle

Scherben der Welt

Nicht weit ist das Verderben
Dieser Versuch ist zum Scheitern verflucht,
denn die Welt liegt in Scherben,
bringt Schande über den, der die Vollendung sucht.

Unsere Schlichtheit verloren, vergessen die Ehre,
versunken im Prunk, in der Sucht nach sich Selbst,
Diese Welt ist am Boden, vergessen die Lehre,
die Gott uns Sterblichen schenkte

Das, was wir verloren,
können wir nicht wiederholen,
Die Zerstörung die wir der Welt brachten,
wird uns im Lauf der Zeit überholen

So wird sie sterben, früher als ihr dachtet,
nicht weit ist das Verderben
all der Reichtum und der falsche Stolz,
wird euch nichts bringen, denn die Welt liegt in Scherben
So wird sie Eisern klingen, wenn sie an euch zerbricht
Und ihr lasst sie ruhig sterben,
so, als ob sie nichts wär’

Denn die Welt liegt in Scherben,
und ihr lasst sie sterben,
so, als ob sie nichts wär’

Die dunkle Braut

Mein Buch, also bitte net so dreckig sein und irgendwo anders veröffentlichen, danke.
Die dunkle Braut

Hüte dich Sommer, vor dem Winter,
denn es stiehlt dir dein Herz und deine Jahre
Und erst wenn die dunkle Braut
vor dem Sockel des Glückes und des Peches steht
Im Kreuzgang der Vier, im Zeichen der Sechs
Geht da heraus der Bräutigam, der Bestehlte
Doch nicht weiß ist sein Gewand und nicht froh seine Augen
Denn blutig sein Schwert und zerrissen das Band

Rette dich Feuer, vor dem Eis,
damit die dunkle Braut, nicht die Seele
und das Licht aus dem Herzen reißt







Rufe ertönten durch den Dunkel der Nacht. Rufe die vergeblich riefen. Fackeln und Laternen huschten durch die Felder und über das gefrorene Wasser, welches sich nach den Regenfällen auf den Feldern gesammelt hatte.
Zwei Gestalten standen am Waldrand und sahen dem Geschehen zu. Es war ein junges Mädchen und ein alter, hagerer Mann.
>>Wie Irrlichter, die Wanderer in die Irre führen<<, flüsterte das Mädchen und sah zu dem Mann auf.
>>Nur das sie nicht gelockt werden.<<
Das Mädchen, es hatte dunkelrotes, lebendiges Haar, sah interessiert zu dem Mann auf.
>>Ich frage mich, wer sie aufgefordert hat<<, überlegte sie laut und warf einen Blick auf eine große, vierschrötige Gestalt, die mit am lautesten rief. >>Es war bestimmt der Heiler.<<

Niemand hatte etwas geahnt von dem grausamen Ende des lauen Januarmorgens. Es war ein außergewöhnlich spaßiger Tag für die Dorfbewohner gewesen, denn über Nacht waren die überschwemmten Gebiete gefroren und hinterließen Eislandschaften, die perfekt zum Schlittschuh laufen schienen.
Die Gelehrte Lunaria des winzigen Tempel Wasserfurt konnte diesen Zufall kaum fassen. Ihre Eltern hatten sie mit dem alten Glauben erzogen, den damals noch viele kleine Dörfer noch innehatten. >>Es wurde jedes Mal ein kleines Fest gegeben, wenn der See von unserem Dorf, am >Tag der spiegelnden Seen<, das ist heute, zufror. Wir Kinder hatten damals viel Spaß gehabt. Ich kann mich noch lebhaft daran erinnern; die Fackeln im Eis, der verbotene Glühwein, den wir Kinder trotzdem naschten<< -einige Eltern warfen ihren Sprösslingen besorgte Blicke zu- >>Und vor allem Dingen das Eisangeln und den gebratenen Ochsen am Spieß<<, hatte sie mit glänzenden Augen gesagt.
>>Man erzählte sich, das an diesem Tag, wenn man ihn mit Eis feiern konnte, das das kleine Volk rauszog, um ungetaufte Kinder zu holen, Schabernack zu treiben, oder um verbotene Magie auszuüben. Natürlich haben wir als Kinder nicht daran geglaubt und, nun ja, ich tu es bis heute nicht. Aber die Schwester meiner Mutter erzählte, sie hätte in einer Nacht...<<
So fuhr die alte Frau noch fort, und die Dorfbewohner hörten ihr lächelnd zu, denn sie mochten die alte Gelehrte.

Man suchte einen geeigneten Platz aus, der sowohl nahe am Dorf, als auch das gewicht von vielen Personen tragen konnte. Schließlich nahm man das Feld, am Rande des Sees, das oval und groß war. Kräftige Männer schafften Holztische, Bänke und Stühle herbei, die zum größten Teil aus dem Wirtshaus und dem Tempel stammten und stellten sie auf dem eisigen Grund auf. Fackeln, für die Nacht, wurden rundherum ins Eis gesteckt, die das Feld abgrenzten und unvorsichtige Dorfbewohner warnten, wenn sie zu nahe am See wären.
Schnell wurden Gänse und Hühner geschlachtet, die fett vom Futter waren, denn es war ein gutes Jahr gewesen. Drei Schweine und ein dicker Ochse ebenso.
So mancher Ehemann fand zu Hause eine in Tränenaufgelöste Frau, umgeben von Vorräten, Schüsseln und anderen Haushaltswaren, welche die Priesterin lauthals verwünschten, das sie ihnen nicht mehr Zeit gegeben hätte. Doch es half alles nichts, das sah jede ein. So wischten sie sich die Tränen weg, schmissen den Mann, samt den Kindern, die zu klein waren, um beim Kochen zu helfen heraus und machten sich ans Werk.
Selbst Mutter Will, die Hebamme, hielt es nicht im Haus. Sie schwang ihre morschen, alten Knochen auf und ging zusammen mit ihren Töchtern und Schwiegertöchtern ins Gasthaus, um der molligen Köchin Gerda zu helfen.
Als am spätem Mittag alles aufgestellt und vorbereitet war, durften die Kinder hinaus aufs Eis, ob mit Knochen als Kufen oder anderem verwendbaren Material. So manche Erwachsenen wurden von ihren Kindern aufs Eis gezogen. Es wurde gelacht, gefahren, geschlittert und hingefallen.
Der Heiler des Dorfes war den restlichen Tag damit beschäftigt, heulende Kinder mit leichten Verletzungen zu versorgen. Kaum war er fertig, hellten sich ihre Gesichter auf und sie liefen wieder zu ihren Freunden und Familien zurück.
Die Gelehrte, umgeben von ihren drei Novizinnen Eileen, Miranda und Serha und den beiden Priesterinnen Thea und Eltara erhob sich von ihrem hohen Lehnstuhl und erklärte das Festmahl für eröffnet.
Die Feiernden merkten nicht, wie eine Gruppe Kinder davonschlich.

Als sie ins Eis einbrach und das eiskalte Wasser sie umschloss, spürte sie zuerst nichts, nur schiere Unfassbarkeit. Doch dann kam der Schmerz, wie tausend kleine Nadelstiche, schwappte das eiskalte Wasser über ihr Bewusstsein.
Sie riss die Augen auf, versuchte zu erkennen wo die Oberfläche war, doch da war nur Eis, nichts als Eis. Und sie entfernte sich dank den nassen, schweren Kleidern immer mehr! Zappelnd entledigte sie sich den Mantel und das schwere Wollkleid. Panisch drückte sie gegen die dicke Eisschicht, denn sie wusste, auf der anderen Seite gab es Luft. Doch die Kälte lähmte ihre Muskeln, sie wusste es; hier gab es kein Entrinnen mehr, nur noch die Schwärze. Sie schloss die Augen und ließ die Arme sinken.
Und während sie wartete, hörte sie eine Stimme, getragen von Wasser.
>>Hast du es vergessen?<<>>Spürst du nicht das warme Licht in dir? Wenn du es vergisst, dann ist das so, als ob du vergessen würdest, wie das Atem geht. Ein und Aus. Siehst du? Ganz leicht.<<
Sie spürte wie heiße Tränen sich mit dem eiskalten Wasser vermischten.
Es tut mir leid, dachte sie. Es tut mir leid, ich habe es vergessen. Ich habe vergessen, wie Wärme ist. Ich habe vergessen, wie sich das Gras unter meinen nackten Füßen anfühlt. Wie der Wind mit meinen Haaren spielt und wie die Sonne durch das Herbstlaub scheint. Ich habe vergessen, wie es ist, zu atmen, zu leben, zu glauben. Es tut mir leid. Es ist alles so kalt.
Ein plötzlicher greller Blitz ging durchs Wasser, teilte das Eis und eine Hand griff hinunter und zog sie heraus.
Benommen erkannte sie, wie sie schließlich zitternd und kaum mehr atmend auf dem Eis lag. Ein Licht blendete sie, schützend versuchte sie den Arm vor den Augen zu legen, doch er gehorchte nicht mehr.
>>Willst du leben?<<, fragt sie eine Stimme.
Sie hatte keine Kraft mehr, alles schien auf einmal so schwer. Sie wurde durchgerüttelt.
>>Willst du leben?!<<, wurde sie erneut gefragt, diesmal energischer.
Ihre Lider flatterten, als sie ein >>Ja.<<, hauchte.
Ihr Retter spürte, das sie nur noch wenig Zeit hatte. Er nahm ihre kalte Hand und schnitt ihr mit einem Messer in die Handfläche. Das Mädchen schien bewusstlos geworden zu sein, ihr Atem ging nur noch flach und stoßweise.
Er wiederholte die selbe Prozedur bei der anderen Hand. Dann schnitt er sich selber die Handflächen auf und drückte seine warmen Hände gegen die des eiskalten Mädchens.
Er murmelte die Beschwörung, welche den Übergangsritus einleitete und spürte beinah direkt danach, wie sich das unterkühlte, beinah kalte Blut des Mädchens, sich mit seinem Heißen vermischte.
Erstaunt über die Hitze, riss sie die grünen Augen auf und sah in das Gesichts eines jungen Mannes, dessen bernsteinfarbener Blick sich tief in ihrem Herzen bohrte, als suche er etwas. Die geraden, feingeschnittenen Linien seines Gesichtes wurden allein vom Sternenschein und dem Licht, zwischen ihrer beiden Handflächen, das sie erstaunt ansah, beschienen.
Seine Lippen murmelten Worte des Schlafes.
Müde schloss sie die Augen und ließ sich auf das so warme Schoß des Fremden herabsinken.

Als sie die Augen aufschlug, erblickte sie den schwarzen, mit Sternen überhäuften Himmel. Sie wusste, das etwas nicht stimmte, denn sie müsste tot sein. Erstarrt, im eisigen Wassers des Sees. Mit kalten und steifen Händen ertastete sie Eis unter sich, sie musste also noch auf den See liegen.
Langsam wollte sie sich das Eis von ihren Wimpern wischen, doch Schmerzen durchfuhren ihren Körper. Erschrocken fuhr sie zusammen, ihre Luft wurde aus den Lungen gepresst, so groß war die Überraschung und die Heftigkeit des Schmerzes. Zuckend fuhr sie hoch, um sich dann aber, wie unter einem Schlag, krümmend auf der Seite zu rollen.
Sie schrie auf, es schien als würde ihr Blut in Flammen stehen, in ihren Adern pochte und schmerzte es heftig. Das Gefühl fraß sich hinunter in ihren Beinen und hoch zu ihrem Herzen.
Keuchend schnappte sie nach Luft, als eine erneute Schmerzwelle sie heimsuchte und in ihren Körper nichts als Schmerzen hinterließ.
Plötzlich spürte sie, wie eine warme Hand sich auf ihre Stirn legte und ihre Hände, deren Fingernägel sich schon ins Fleisch blutig gebohrt hatten.
>>Du hast gesagt, ich würde leben!<<, flüsterte sie, doch ihrem Retter entging nicht den dankenden Ton.
>>Nun, du lebst doch, oder?<<, entgegnete der Fremde mit einer rauen Stimme, die schwer vor Erschöpfung war.
>>Nein, das hier ist nicht Leben. Das ist wie Tot.<<
Er sah Tränen in ihren Augen aufblitzen. Wieder spannten sich ihre Muskeln wegen der heftigen Schmerzen an. Ein Knurren kam tief aus ihrer Kehle.
>>Bitte. Mach das es aufhört. Bitte.<<
Zögernd beugte er sich herab und küsste sie auf der Stirn. Er legte in dieser Berührung den Zauber des Heilens, obwohl er wusste, das die Schmerzen davon nicht aufhören würden.
Doch beinah sofort entspannte sich ihr Körper einwenig.
>>Danke...<<, kam es über ihren Lippen und sie schloss erschöpft die Augen.
Sie sah nicht, wie das Gesicht des jungen Mannes, wie im Zeitraffer um etliche Jahre alterte, bis er das Aussehen eines alten Greises annahm.
>>Ja, ich vergaß den Preis<<, flüsterte er traurig und begutachtete seine faltigen Hände.

>>Was sahst du dort, unter dem Eis?<<, fragte der Mann mit seiner brüchigen Stimme das Mädchen.
Das Mädchen schwieg, bis es zum Sprechen ansetzte, schienen Minuten vergangen zu sein.
>>Bilder, erstarrte Augenblicke. Meine... Mutter, wie sie mir das Kochen beibrachte. Ich, auf dem Schoß meines Vaters, umgeben von meiner Familie, vor einem warmen, großen Kamin. Wie ich meiner kleinen Schwester ein Wort beibrachte. Wie mein kleiner Bruder mich ärgerte.<<
Der Mann lächelte traurig. >>Wären das die Augenblicke, die dich wärmen würden, selbst wenn du erfroren wärst?<<
Das Mädchen wandte sich um und sah zu ihm mit Tränen in den Augen auf.
>>Oh, ja. Das wären sie, Ganymed<<, flüsterte es und schnürte sich den Mantel enger. >>Das wären sie gewesen.<<
>>Es tut mir leid.<<
>>Ja, mir auch<<, sagte sie viel zu ernst für ihr junges Alter.
Ihr Blick harrte auf den letzten Suchenden. Sehnsucht, nach einer Familie, und Trauer verschleierten jetzt ihre Augen.
Er stellte sich hinter sie und schloss seine kräftigen Arme um ihren zerbrechlich wirkenden, jungen Körper. >>Moradis..<<, setzte er an, doch er wurde unterbrochen.
>>Nein. Es ist schon gut, ich bin jung, ich kann es verkraften. Hättest du mich nicht gerettet, dann könnte ich gar nichts mehr spüren.<<
Plötzlich spürte sie einen Sog, aus dem tiefsten Inneren ihres Herzens. Es war wie eine Welle, die saugte und doch schwappte, dieses Gefühl löste unwillkürlich eine Gänsehaut bei ihr aus.
>>Es ist Zeit<<, sprach Ganymed. >>Sie rufen mich.<<
>> Lebtwohl!<<, rief sie. Der Mann lies sie gewähren .>>LEBWOHL! Ihr, die nie Wunder gesehen, Kriege gefochten und Ruhm erkämpft habt! Ihr Narren, ja, erinnert euch an das kleine, ungeliebte und ungewollte Mündel, das ihr hattet. LEBTWOHL!<<
Die Fackel des Mannes war während ihres Gebrülles still geblieben, sicher hatte er etwas gehört.
>>Komm’<<, sagte der alte Mann sanft. >>Wir müssen gehen.<<
Das Mädchen, das auf die Knie gesunken war, rappelte sich auf und nahm die ausgestreckte Hand an.
Sie warf noch ein Blick auf das Dorf, dann gab sie dem Druck der Hand nach und verschwand im Wald.
Schweigend gingen sie durch den schwarzen Wald. Es schien, als wüsste der Mann genau, wo eine Wurzel, eine Grube oder wo herabhängende Äste waren, denn er umging sie oder wich ihnen aus, obwohl es dunkel war. Das Mädchen jedoch war noch nie nach Sonnenuntergang außerhalb des Dorfes gewesen, schon gar nicht nachts in einen Wald.
Blätterrascheln, undefinierbare Laute eines Tieres, flattern von einem paar Flügel und das Knacksen unter ihren Stiefeln ließ sie jedes Mal zusammen fahren.
Nach einer Weile, beide hatten stumm geschwiegen, flüsterte das Mädchen:
>>Wohin wirst du mich bringen?<<
Der Mann drehte sich um. Es war dunkel und er konnte nur die glitzernden Augen des Mädchens vor sich sehen. >>Ich werde dich zum Uralten bringen. Er wird entscheiden, ob du würdig bist oder nicht.<<
Das Mädchen schluckte. >>Und falls ich mich als unwürdig beweisen würde?<<
>>Dann wirst du als Arbeiterin eingeteilt.<< Er wandte sich um und ging weiter.
Hinter sich hörte er ihre stolpernden Schritte. Er verlangsamte seine Eigenen.
>>Wir sind da.<<

>>Ich verfluche dich, Ganymed set Llertos! Ich verfluche dich!<<, schrie sie und stieß mit dem stumpfen Speer nach ihm.
Doch Ganymed lachte nur und wich aus. Er hob unmerklich seinen eigenen Speer, so das sie darüber straucheln musste.
Sie stolperte, stürzte und landete im weichen Schnee. Ihre grau-blauen Augen, welche die Farbe des Eises annahmen, wann auch immer sie besonders intensive Gefühle hegte, die sich oftmals in Wutausbrüche, Tagträumereinen oder tagelange Traurigkeit wiederspiegelte, blitzten ihn wütend an.
Hinter ihnen, am Rande des Übungsplatz kicherten ein paar Kinder.
>>Sieh doch, wie tollpatschig es ist!<<, kicherte eines, das besonders große Ohren hatte.
>>Kein Fünkchen Magie<<, flüsterte ein Junge von etwa dreizehn Jahren. Er hatte rote Haare, helle Haut mit unzähligen Sommersprossen und haselnussfarbene Augen, sein Name war Caleb. Ganymed wusste, das er der Sohn eines großen Sylphiden ist. >>Es war Blutsverschwendung, Ganymed hätte sie lieber krepieren lassen sollen.<<
Die Kinder lachten auf.
Moradis’ Kopf fuhr wütend herum. Noch ehe Ganymed oder Caleb und die anderen Kinder reagieren konnten, stand sie blitzartig auf und schleuderte den Speer mit solcher Wucht in Richtung Caleb, dass sie rückwärts zurück taumelte.
Als der Speer sein Ziel erreichte, riss er ungläubig die Augen auf und die Anderen wichen schreiend zurück.
Der Speer ragte beinah senkrecht aus dem Schnee direkt vor seinen Füßen. Er schwankte noch von der Wucht hin und her. Verächtlich und doch sichtbar erleichtert, das der Speer ihn nicht getroffen hatte, spuckte er vor dem Speer auf dem Boden.
>>Ist das eine Warnung? Willst du mir drohen?<<, fragte er arrogant, doch man hörte die Unsicherheit in seiner Stimme.
Mordis sah auf, Schnee hatte sich in ihren dunklen, gewellten Haar verfangen, das ihr ins Gesicht wehte. >>Nein<<, fauchte sie. >>Nächstes mal ziele ich besser, dass schwöre ich dir!<<
Die Nasenflügel des Jungen erzitterten, doch seine Arroganz blieb. >>Das nächste Mal? Sieh dich doch an! Du bist so schwach, das dich dieser Speerwurf alle Kraft gekostet hat!<<, er lachte gehässig. >>Nächstes Mal! Für dich wird es kein nächstes Mal geben, wenn ich fertig bin!<< Seine Hände schnellten hervor, formten einen identischen Speer aus glühendem Feuer und schleuderten ihn auf Mordis.
Auf halber Strecke, explodierte der Speer plötzlich in tausend herumfliegende Feuersplitter und verteilte seine hinwegschwindende Hitze auf die Umstehenden. Mordis, die ihre Arme schützend vor der Hitze, vor ihrem Gesicht verschränkt hatte.
>>Schluss jetzt!<<, gebot eine ehrfurchtgebietende Stimme. Die Kinder wandten sich suchend nach ihrem Besitzer um. Ihre Blicke blieben an der Gestalt Ganymeds hängen. >>Caleb, es ist uns verboten, Magie gegen jene anzuwenden, die ohne diese Gabe geboren sind!<<>

Robin Hood

England, vor etwa 1000 Jahren; lebte ein Mann im Sherwood Forest. Heute- ist er immer noch legendär! Für viele Filme und Bücher war er die Inspiration, es gibt Lieder über ihn, Sagen und Legenden und sein Ruf ist unvergleichlich! Robin Hood- Helfer und Rächer der Armen und Hilflosen!
Nur wer war er wirklich, war er ein Held oder ein blutiger Räuber?

Robin Hood; der Name wird abgeleitet durch das Auftreten Hoods und seinen Gefährten; um unerkannt zu bleiben, hatten sie ihre Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, folglich waren sie die >Räuber in Kapuzen<, robber in the hood.

Die erste Vermutung ist jene; das Robin Hood von adliger Abstammung war und der Sohn eines Earls, über den Earl steht nur der König (!). Robert von Locksley, wie er zu dem Zeitpunkt noch hieß, zog als junger Mann mit dem König Richard Plantagenet in den Krieg gegen die Muslimen nach Akko. Als er nach Jahren zurück kehrte, anerkannte man ihn nicht als Sohn des toten Earls und verstieß ihn. Seine Besitztümer gingen an den Sheriff von Nottingham. Darauf verschwor sich Robert gegen das Gesetz und versuchte das Lösegeld des Königs durch Rauben und Stehlen von den Reichen zu bezahlen.

Die zweite Variante, ist die glaubwürdigere jedoch auch langweiligere; als Sohn eines armen Bauers träumte Robert aus Locksley von Heldenruhm. Als sein Vater ermordet wurde, geriet er unschuldig in einen Kompott, den der Sheriff geplant hatte. Robert konnte vor dem Galgen fliehen und als Geächteter schwor er sich Rache gegen den Sheriff.

Die dritte Person Robin Hood, ist nicht eine Person, sondern mehrere; Robin Hood. So darf sich nur der beste Bogenschütze im Sherwood Forest nennen, er ist eine Art Ehrentitel, der vom letzten Träger übergeben wird. Deshalb lässt es sich auch erklären, warum man ihn so viele Taten, ob gut oder böse, nachsagt.
Doch es gibt parallelen zwischen den verschiedensten Geschichten; zum einen sind da seine Gefährten und zum anderen seine Taten, doch auch die Orte wiederholen sich.
Immer ist es der Sherwood Forest, in dem er und seine Getreuen Schutz suchen, die Grafschaft Huntigton wird als des Earls Besitz erwähnt, das Dorf Locksley, das in einer Geschichte zu Roberts Besitz gehört, in der anderen zählt er zu den Bürgern. Das Dorf Barnsdale und die Stadt Nottingham kommen auch immer wieder vor. Die große Eiche im geheimen Tal, der Wohnort der Geächteten, deren Zahl auf mindestens 12 und maximal 40 läuft. Zu den getreusten der Gefährten gehören wohl auch John Little, entweder gescheiteter Schmied oder irischer Schäfer, zu Zeiten auch Little John. In einer Geschichte ist er der Onkel Robins, in einer anderen der Stiefvater von Marion, doch der Stockkampf an der Brücke ist legendär.
Much, Millers son, wie der Name schon sagt, des Müllers Sohn, häufig der jüngste und naivste der Geächteten.
William Scatlocke, wegen Mordes an vier Angelsachsen, die seine schwangere Frau umbrachten angeklagt. Er war voller Blut als man ihn verhaftete. Der Volksmund nannte ihn seitdem Will Scarlett; Scharlachroter Will. Anderswo taucht er auch als Robins Cousin und ältester Freund aus Kindertagen auf. Wegen seiner roten Kleider, die Farbe rot war damals sehr teuer, wurde er auch wie der oben bereits erklärte Name, Will Scarlett genannt.
In einem Buch verriet er Robin an der Hexe und seiner Mutter, Äbtissin Kirkless, die Robin darauf vergiften konnte.
Nicht zu vergessen die holde, oder nicht ganz so jungfräuliche Maid Marion FitzWalters.
Robins Lebensgefährtin lernte ihn mit etwa 14 Jahren kennen und war von dem Sohn des Earls ganz angetan, es beruhte jedoch nicht sofort Gleichseitigkeit. Ihr Vater wurde im Krieg von Ekko getötet, sie besaß mehrere Ländereien und Güte, jedoch als ein Mündel des Königs.
Andersmal als Kind einer Bäuerin, fielen Angelsachsen über ihrem Dorf her und zerstörten es. Die einzigen Überlebenden waren John Little, ihr Stiefvater und Marion. Little John wurde als Geächteter gesucht und Robin Hood nahm ihn in seiner Gemeinschaft auf. Marion wuchs wohlbehütet im Schloss des adeligen Sir Richard auf. Später heiratet sie Hoods ersten Nachfolger; Roderick.
Alan A’ Dale oder Alan of the Dales.
Als umherziehender Barde und liebeskranker Verlobter oder entdeckter Liebhaber und verstoßener Harfner gehört er meistens zu Hoods Gefolge.
Richard Plantagenet, König von England, ein nachgesagter schwuler, kinderloser König, der 1190-92 am 3. Kreuzzug teil gegen Jerusalem nahm und geriet in die Gefangenschaft des Herzog Leopolds von Österreich. Nur durch hohes Lösegeld konnte er frei gekauft werden.Die Bösewichte schlechthin sind Johann ohne Land, im Englischen auch John Tackland genannt, Bruder des Richard Plantagenet und eifersüchtiger Prinz von England und natürlich der Scherriff von Nottingham.

Dark lady

Wie Wellen eilen zu dem Kieselstrand,
So unsre Stunden ihrem Ende zu
Und jede wird im Laufe überrannt
Von jeder nächsten, hastend ohne Ruh.
Einmal geboren in das Meer des Lichts,
Drängt jedes Leben nach der Reife hin,
Und ist's soweit, naht dunkel schon das Nichts,
Und Zeit, die schuf, wird zur Zerstörerin
Die Zeit zersticht der Jugend grüne Flur,
Gräbt Linien in die Stirn, wo Schönheit lag,
Zehrt an den Kostbarkeiten der Natur,
Und nichts besteht vor ihrem Sensenschlag:
Und doch trotz' ich der grausam harten Hand,
Mein Lied, dein Preis, hält der Zerstörung stand.
William Shakespeare; Dark Lady
60. Sonette

Lenas Reich2


Schön das ihr hierher gefunden habt, vielleicht könnt ihr mir genauer sagen, was ein blogg ist? Naja, egal..., weiss auch nicht wirklich was ich damit anfangen soll...., hmmmm, glaube zuerst mal Texte veröffentlichen, oder Bilder...!!!! Genau! Also, hier zuerst mal Bilder...